Vor Monaten war es noch eine böse Vorahnung, jetzt aber ist es traurige Gewissheit: Im Bereich der Blankenburger Straße steht Wasser in Kellern der Wohnhäuser. Die Anwohner vermuten, dass sich mit dem Wohngebiet Streitfeld und Schwarzer Weg die Situation noch einmal verschärfen wird. Sie fordern den Landkreis auf, eine wasserrechtliche Erlaubnis und eine Versickerung dafür zu untersagen.

Schönebeck. Das Schreiben an das Umweltamt zählt fünf Seiten und trägt 38 Unterschriften. Im Resümee trägt es eine Bitte, die mehr eine Aufforderung ist und zuvor von den Schönebeckern klar und ohne Umschweife aus ihrer Sicht nachgewiesen wird: Die Bürgerinitiative bitte das Umweltamt, die wasserrechtliche Erlaubnis aus Gründen der Schadensabwehr umgehend zu widerrufen und die im Rahmen der nicht unterkellerten Wohnbebauung Streitfeld und Schwarzer Weg erfolgende Niederschlagswasserent- sorgung zu untersagen. Zudem soll die Stadt Schönebeck eine den hydrogeologischen und hydraulischen örtlichen Verhältnissen Rechnung tragende Regenwasserableitung ge- währleisten.

Nach Ansicht der Unterzeichner des Briefes an den Landkreis - Arnold Schulz, Rüdiger Tepfer und Dirk Otto (alle Anwohner der Blankenburger Straße) - sei der Betrieb der Versickerungsmulden im Bebauungsgebiet Streitfeld nicht genehmigungskonform erfolgt.

"Unsere Häuser hatten zum Teil jetzt erstmals Wasser im Keller. Alle Gebäudefundamente standen Anfang des Jahres bis 20 Zentimeter im aufsteigenden Grundwasser [...] Ohne die vorgenommene Muldenversickerung wären unsere Häuser trocken geblieben. Dieses war zuvor seit nahezu 35 Jahren der Fall", so die Bürger.

Doch nicht nur das Wasser im Keller selbst führen die Betroffenen als Beweis an. Auch mögliche Verstöße im Rahmen der Bautätigkeit und der Muldenversickerung im Baugebiet Streitfeld werden aufgelistet. Hier ein Auszug:

- "wilder" Anschluss an das bestehende Muldenversickerungssystem,

- versickernde Niederschlagsmenge mindestens dreimal größer als von der Stadt beantragt und vom Kreis genehmigt,

- Verletzung der Rechtsnorm, weil durch den Betrieb der Abwasseranlagen eine Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit nicht vermieden wurde und

- fehlerhaft erstellte Antragsunterlagen in Bezug auf Mindestabstand von der Muldensohle.

Wie die Pressesprecherin des Landkreises, Ingrid Schildhauer, gestern auf Anfrage der Volksstimme mitteile, liegt das Schreiben der Bürgerinitiative vor und wird nun eingehend geprüft. Erst dann könne zu den Vorwürfen Stellung genommen werden. Bei der Stadtverwaltung beantragt die Bürgerinitiative nicht nur Akteneinsicht, sondern fordert zudem die Rücktritte von Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase und Bauamtsleiter Guido Schmidt von ihren Ämtern. Der Grund: "Unsere berechtigten Belange wurden fortgesetzt missachtet", argumentiert die Bürgerinitiative.

Den vollständigen Brief lesen Sie im Internet: www.volksstimme.de/schoenebeck