Die Kritik an Ordnung und Sauberkeit im Güstener Bahnhofsgebäude ist ein Dauerthema. Die Deutsche Bahn hat das Objekt 2008 verkauft. Laut Pressestelle scheitert aber selbst der Konzern im Bemühen, den jetzigen Eigentümer aus Holland zur Verbesserung der Situation zu bewegen.

Güsten l Das Umfeld des Bus-Bahn-Knotens ist recht schick. Doch kommt bei Reisenden das Gespräch auf das Güstener Bahnhofsgebäude, fallen ihnen kaum andere Worte als "Schande für die einstige Eisenbahnerstadt" und "Pinkelbude" ein (wir berichteten).

Seit dem die Deutsche Bahn (DB) das imposante Haus verkauft hat, wechselte es mehrmals den Besitzer. 2008 ging es an ein London-Hamburger Konsortium. 2011 hieß der Besitzer Main asset Management Dreieich bei Frankfurt/Main. Jetzt spricht die DB von einem Eigentümer aus Amsterdam - und fühlt sich nach wie vor machtlos, was eine Änderung des schlechten Zustands betrifft. "Unsere Bemühungen beim Eigentümer, eine Verbesserung der Ordnung im Gebäude zu erwirken, sind bislang gescheitert", heißt es aus der DB-Pressestelle in Leipzig.

Bürgermeister Helmut Zan- der (SPD) hatte erst im Oktober 2013 die Gelegenheit genutzt, dem DB-Konzernbevollmächtigten für Sachsen-Anhalt Alexander Kaczmarek die Situation zu schildern, als jener bei der Einweihung der neuen Photovoltaik-Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Güsten weilte. Passiert sei bislang praktisch nichts, bedauert Zander. Güstens Verwaltungsleiter Steffen Globig sieht keine Eingriffsmöglichkeit: "Wir können dem Besitzer nur Hinweise und Fotos schicken."

Die Bahn will unterdessen an ihren Plänen festhalten, die Zuwegung zu den Bahnsteigen zu ändern, damit die Reisenden bald das Bahnhofsgebäude meiden können. "Der Tunnel bleibt Verbindung zwischen den Bahnsteigen 1 und 2/3", bestätigt die Bahn Pläne, die sie der Volksstimme im April 2013 schon mitteilte und deren Umsetzungsbeginn für das gleiche Jahr angekündigt war. Die Pläne - einschließlich Zugang vom Bahnübergang auf den Bahnsteig 2/3 und das Erreichen des Bahnsteigs 1 über das Gleis 1 bestehen. Noch laufe aber das Genehmigungsverfahren für eine "Reisenden-Sicherungsanlage". Das Projekt soll 2014 umgesetzt werden, so die DB.

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