Wolmirsleben. So voll war der Schachtsee noch nie. Das kann auch Wilfried Rieche aus Halberstadt bestätigen, der seit 35 Jahren Camper am See ist. "Ein trauriges Bild bietet sich derzeit am See", machte der Halberstädter gestern am Telefon deutlich. Jeden Tag steige der See weiter an. Immer bedrohlicher werde die Situation.

"Ich habe einen Wohnwagen. Das Wasser steht bereits im Zelt. Und ich stehe in der vierten Reihe. So etwas habe ich noch nie erlebt. 2002 war der Wasserstand schon einmal so hoch, aber da waren nur die ersten Reihen ganz wenig betroffen", erklärt der Camper. Der Wolmirsleber Schachtsee sei eine Badewanne ohne Stöpsel. Die Anwohner fürchten um Hab und Gut. "Und es läuft immer mehr rein. Das war früher nicht so. Die Umflutgräben hat man einfach alle zugeschippt und leitet das ganze Wasser jetzt in den See", erklärt Wilfried Rieche. Bei Altenweddingen gebe es noch eine alte Tonkuhle. "Warum leitet man das Wasser nicht erst einmal da rein", fragt sich der Halberstädter.

Und auch bei den Bungalowbesitzern auf der anderen Seite macht sich die Angst breit. "Das Grundwasser ist so gestiegen, dass der Untergrund schon richtig weich geworden ist. Hoffentlich passiert dort nichts Schlimmeres", so Wilfried Rieche gestern weiter.