Güsten l Es war so gut wie fest, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr im Bürgerhaus-Garten stattfinden wird. Schien es zumindest. Doch Bürgermeister Helmut Zander outete sich und seinen Stellvertreter als "Übeltäter" für die Diskussion im Sozialausschuss der Stadt Güsten. Der beschäftigte sich Montagabend mit der Frage, wo denn nun der Markt am 6. Dezember stattfinden werde.

"Wir waren froh darüber, dass jemand das Bürgerhaus weiterführt. Und in dieser Euphorie haben wir gesagt, warum sollen wir nicht auch dort den Weihnachtsmarkt veranstalten?" Inzwischen gebe es aber Bürger, die fragen, warum man nicht vorm Rathaus bleibe.

"Ist denn genügend Strom vorhanden?", warf Zander die nächste Frage auf. Denn, so erinnert er sich, beim ersten Weihnachtsmarkt vorm Rathaus seien auch "die Sicherungen geflogen".

Bürgerhaus-Chefin Antje Schmidt konnte beruhigen: Lichttechnisch würde alles funktionieren. Zum inzwischen in Frage stehenden Standort erklärte sie: "Wir hatten uns gefreut, den Zuschlag zu erhalten und auch schon größere Feiern deshalb für diesen Tag abgesagt. Wir waren erschrocken, dass es nun doch auf der Kippe stehen soll."

Sie warb dennoch weiter für den Garten ihres Hauses als Weihnachtsmarkt-Standort: "Die Hütten können entlang der Gehwege stehen. Wir haben eine Bühne. DJ Semmel hat seine Technik bei uns stehen und bräuchte nicht umziehen. Vorm Rathaus ist es ziemlich eng, hab` ich gehört. Bei uns bräuchte man zudem keine Straßensperrung."

Sollte der neue Standort nicht gut ankommen, müsste man damit leben, dass der Weihnachtsmarkt 2015 wieder vorm Rathaus stattfindet.

Uwe Opitz war der Meinung, dass man den Versuch starten sollte. "Jahrelang hatten wir auch einen Weihnachtsmarkt auf dem Thälmannplatz, bevor wir zum Rathaus damit gezogen sind - und es war ein Riesenerfolg. Warum soll es nicht auch am Bürgerhaus gemütlich werden?"

Seine Bedenken, dass die Vereine keinen Glühwein mehr ausschenken könnten, zerstreute Antje Schmidt: "Die gleichen Buden mit den gleichen Angeboten wie vorm Rathaus können natürlich auch im Bürgerhaus-Garten stehen."

Stadträtin Elke Lissek konnte sich auch vorstellen, dass das Ambiente stimmen würde. Sie wollte noch wissen, wie es mit der Beteiligung der Stadt an Stromkosten und WC-Benutzung stehe. Antje Schmidt sagte, sie wolle versuchen, ob der Versorger die Kosten sponsorn könne.

Der Ausschuss stimmte komplett für das Bürgerhaus.

Für Interessenten für die Buden und Stände soll es noch ein Treffen geben.