Zur Jahreshauptversammlung trafen sich am Sonnabend die Kameraden der Üllnitzer und Glöther Feuerwehr. Ein bilanzziehender Blick auf das vergangene Jahr offenbarte eine erfolgreiche und für eine kleine Ortswehr umfangreiche Einsatztätigkeit. Ob ein im Eis eingebrochenes Pferd oder die jüngsten Hochwasser-Einsätze: Die Kameraden beider Wehren kamen mehrfach zum Einsatz.

Glöthe. Eines wurde aus dem Rechenschaftsbericht der Wehren deutlich. Die Einsatzzahlen sind gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Während im Jahr 2009 14 Einsätze in Üllnitz zu verzeichnen waren, gab es 2010 nur neun. In Glöthe zeichnete sich ein ähnliches Bild. 13 Einsätze standen hier sieben gegenüber. Eine durchaus positive Tendenz, die die Jahresbilanz offenbarte.

Einen dieser Einsätze würdigte der Üllnitzer Wehrleiter Stephan Rudat besonders.

Im vergangenen Jahr galt es am ersten Weihnachtsfeiertag ein Pferd zu retten, das im Eis des Albertinesees eingebrochen war. Dieser Einsatz zeigte alle Facetten der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Wehr. Dazu gehört, an einem Feiertag auszurücken, das eigene Leben in Gefahr zu bringen, Wege zur Rettung festzulegen und diese zu realisieren.

Konkret hatten die Kameraden bei diesem Einsatz Leitern auf das Eis gelegt, um sich dem Pferd zu nähern, ohne selbst einzubrechen. Via Kettensägen wurde anschließend ein Gang in das Eis gesägt, um das Tier dann ans Ufer zu bringen.

Löschfahrzeug kommt spätestens in einem Jahr

Zwei Hilfeleistungen, fünf Alarme von Brandmeldeanlagen und ein Fehlalarm auf der Autobahn A14 zählten zu den verbliebenen Einsätzen des vergangenen Jahres.

Neben dem Einsatzgeschehen wurde auch den Aktivitäten der Üllnitzer Wehr besondere Aufmerksamkeit zuteil. Vom Osterfeuer, der Beteiligung am Staßfurter Salzlandfest, dem Straßenfest in Glöthe sowie der Auszeichnungsveranstaltung für das dort ansässige Fahrzeugmuseum, bis hin zu einem Treffen bei der Partnerwehr in Dohndorf – überall wirkten die Kameraden aktiv mit.

Angesprochen wurden jedoch nicht nur Zahlen und Feierlichkeiten, sondern auch zwei Probleme. Zum einen ging es um das Thema LKW-Führerschein. Diesen würden die Kameraden nämlich gern über die Stadt und nicht mehr über die privaten Fahrschulen machen.

Zum anderen ging es um das neue, seit Jahren beantragte Löschfahrzeug, das dringend benötigt wird. Hier konnte der Wehrleiter jedoch verkünden, dass mit Unterstützung von Sponsoren im Umfeld der Wehr es nun so weit gediehen sei, dass das Fahrzeug spätestens in einem Jahr den Kameraden zur Verfügung stehen wird.

Gesonderte Berichte gab es von den Löschzwergen – der aus fünf Jungen und einem Mädchen bestehenden Üllnitzer Kinderfeuerwehr – sowie der Jugendfeuerwehr, die zur Zeit aus sechs Mädchen und einem Jungen besteht.

Mädchen der Wehr legen super Zeiten vor

In Ermangelung der fehlenden jungen Männer bei der Jugendwehr, mussten die Mädchen sowohl beim Kuppeln von Saugschläuchen als auch beim Löschangriff nass mit ran.

Konnten sie beim Kuppeln ihre Zeit von anfangs 20 auf neun Sekunden verbessern, wurde der Löschangriff in 68 Sekunden bewältigt – beides hervorragende Zeiten.

Da 2010 der Wettkampf beim Jugendfeuerwehrtag in Wedlitz dem Regen zum Opfer fiel, wollen sie in diesem Jahr ihre Kräfte mit anderen Wehren messen. Und sie werden bestimmt nicht die Letzten sein.

Wehrleiter Jörg Bünemann aus Glöthe leitet die mit 13 Kameraden und einem Alterskameraden kleinere Wehr ( Vgl. Üllnitz: 31 Aktive, drei Passive, sieben Jugendliche, sechs Kinder und acht Alterskameraden). In Glöthe ist die ständige Gewährleistung der Einsatzbereitschaft bereits ein Problem.

Auch bei dieser Ortswehr gab es viele Aktivitäten, auf die Bünemann einging. So zu Beispiel die Hydrantenkontrolle und das Osterfeuer, das im vergangenen Jahr leider von "bösen Buben" schon am Vormittag angezündet wurde.

Eine neue Einfahrt zum Gerätehaus bauten die Kameraden mit Hilfe der Üllnitzer in Eigenleistung. So wurde das Geld für das neue Löschfahrzeug aufgespart.

Und ähnlich wie bei den Üllnitzern gibt es in der Glöther Wehr eine große Sorge. Als Zweitfahrzeug und Mannschaftswagen fungiert ein 35 Jahre alter Barkas, der eigentlich in das nebenan befindliche Fahrzeugmuseum gehört. "Hier muss in den nächsten Jahren geholfen werden", betont Bünemann.

Abschließend wies er noch auf ein besonderes Ereignis hin. Den 90. Geburtstag der Glöther Feuerwehr am 21. Juni, der mit einem Tag der offenen Tür am 7. Juli würdig begangen werden soll.

Ein Dankeschön für Hilfe beim Hochwasser

Bei den Gästen kamen Kreisbrandmeister Ulrich Robitzsch, der in Vertretung für Oberbürgermeister Rene´ Zok anwesende Leiter des Fachbereichs II der Staßfurter Stadtverwaltung, Wolfgang Kaufmann, Ortsbürgermeister Peter Rotter und Stadtwehrleiter Olaf Simon zu Wort. Alle bedankten sich für die Einsatzbereitschaft, besonders im Zusammenhang mit der Hochwasser- beziehungsweise Grundwasserproblematik.

Und wie bei Jahreshauptversammlungen üblich, wurden, ehe es zum gemütlichen Teil überging, besondere Verdienste ausgezeichnet (siehe Infokasten).