Zum ersten Mal lud die Schützengilde Neundorf von 1848 am Wochenende Mitglieder aus allen Vereinen des Staßfurter Ortsteils zum Pokalschießen ein. Da war viel Teamgeist und Treffsicherheit in den einzelnen Mannschaften gefragt. Den Veranstaltern ging es aber besonders darum, dass die Vereine in Neundorf wieder näher zusammenrücken.

Neundorf. Manuela Busse ist vor ihrem Wertungsschießen nicht aufgeregt, aber schon ein bisschen angespannt. " Ich freue mich, dass ich mal wieder meine Zielgenauigkeit unter Beweis stellen kann ", sagt die Schriftführerin des Kleingartenvereins " Erholung ". Zusammen mit dem Vorsitzenden Klaus Maaß und mit Olaf Przygodzka stellt sie das Team der Laubenpieper. Manuela Busse kennt sich aus mit dem Luftgewehr. Schon in der Berufsschule ging sie dem Schützensport nach, schaffte es sogar bis in die Kreismeisterschaften. Ganz klar, dass die " Erholung " -Gärtner in ihrem Team auf ihre Schriftführerin setzen. Die Mannschaft war eine von denen, die beim ersten Pokalschießen der Vereine in Neundorf teilnahmen. Den Vergleich organisierte die Schützengilde von 1848. Vertreter von 19 Gruppen aus Neundorf waren dazu eingeladen – von der Feuerwehr bis zum Sportverein. " Die Idee zum Vereinspokalschießen kam in der Schützengilde auf, damit für die Vereine ein Ort geschaffen wird, an dem sie wieder näher zusammenrücken ", erklärt Ulrich Goldschmidt von den Sportschützen. Ihm oblag auch die Wettkampfleitung. Zwar trainiere die Gilde regelmäßig montags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr im Haus der Vereine in der Hecklinger Straße und habe deshalb auch Kontakt zu den anderen Gruppen im Gebäude, wie dem Männerchor, der hier probt, doch ansonsten fehle ein Anlass, bei dem sich die Vereine präsentieren und auch zusammenkommen würden, meint Ulrich Goldschmidt. Er denkt dabei an das Heimatfest zurück, das es in Neundorf gab, aber das momentan ruht. " Lediglich der Weihnachtsmarkt ist so eine Veranstaltung. Aber auch hier sind längst nicht alle dabei. "

Vereine sind froh über das Angebot

Die anderen Vereine freut das Angebot der 23 Mitglieder in den Reihen der Schützen. " Jeder, der selbst Veranstaltungen auf die Beine stellt, weiß, wieviel Aufwand dahinter steht ", sagt Manuela Busse, Sie findet deshalb nur Lob für das Pokalschießen. " Alle kommen zusammen und messen sich sportlich. " Auch die Freiwillige Feuerwehr stellte ein Team. In den Reihen war der ehemalige Ortswehrleiter Fritz Heine. " Es ist eine gute Sache, dass die Schützengilde die Initiative für einen größeren Zusammenhalt ergreift ", meint der 83-Jährige, zufrieden mit seinem Ergebnis auf dem Schießstand. " Immerhin über 50 Ringe. "

Jede Mannschaft trat mit drei Teilnehmern, die über 18 Jahre alt sein mussten, an. Mit dem aufgelegten Luftgewehr schossen die Vereinsmitglieder auf eine Scheibe, zunächst fünf Probe-, dann jeweils zehn Wertungsschüsse. " Die Ringe werden zusammengezählt. Die Mannschaft mit den meisten Punkten hat gewonnen ", erklärt Ulrich Goldschmidt. Für sie gibt es Urkunden und Pokale. Die Sieger werden beim Weihnachtsmarkt in Neundorf bekannt gegeben, diesen besonderen Rahmen wolle man noch abwarten. Der Weihnachtsmarkt findet am 28. November an der Kirche statt.

Siegerehrung auf dem Weihnachtsmarkt

Dann wieder mit einer Premiere unter Federführung der Schützengilde. Zum ersten Mal wird es ein Adlerschießen für interessierte Bürger geben. " Mit diesen Aktionen wollen wir auf unseren Sport aufmerksam machen und um neue Mitglieder für den Verein werben ", erklärt Ulrich Goldschmidt. Am Sonnabend gab es schonmal ein anderes " Schnupperangebot ". Die Schützengilde verteilte Kennenlern-Gutscheine. Für zwei Monate können Interessierte Mitglied im Verein sein und sich dabei von erfahrenen Übungsleitern beraten lassen.