Staßfurt. Mit dem Slogan " Ehrlichkeit statt Parteienpolitik " tritt die im Februar 2007 gegründete " Unabhängige Wählergemeinschaft Salzland " erstmals bei einer Stadtratswahl in Staßfurt an.

" Wir wollen als möglichst starke Fraktion in den Stadtrat einziehen und dort versuchen, mehr Bürgernähe durchzusetzen, denn uns ärgert immer noch, dass die Staßfurter bei den Zwangseingemeindungen nicht angehört worden waren ", sagte der Vorsitzende und Spitzenkandidat der " UWG Salzland " Hartmut Wiest, der zusammen mit sechs Frauen und Männern um die Gunst der Wähler wirbt. Darüber hinaus hat die " UWG Salzland " einen Kandidaten für den Ortschaftsrat Neundorf ins Rennen geschickt.

Zu den wichtigsten Zielen der Gemeinschaft gehören mehr Mitspracherechte für alle Bürger. " Zudem wollen wir versuchen, Fehlentscheidungen der Vergangenheit, wie zum Beispiel den Neubau einer Brücke über den Stadtsee oder des geplanten Kompetenzzentrums für den Kalibergbau, zu korrigieren. Denn wir halten das für Steuergeldverschwendung ", sagte Wiest. Darüber hinaus streben er und seine Mannschaft Ortschaftsräte für alle die Ortschaften an, die noch keinen haben, wie zum Beispiel Atzendorf, Brumby und Glöthe / Üllnitz.

Eine Zusammenarbeit könnte sich Wiest nicht nur mit der Wählergemeinschaft " Wir für Brumby " vorstellen, mit der die " UWG Salzland " nach der Wahl eine gemeinsame Fraktion anstrebt, sondern auch mit solchen Kräften, mit denen es die meiste Übereinstimmung in der Programmatik gibt. Als Beispiel nannte Wiest die Unabhängige Bürgervertretung ( UbvS ). Denjenigen, die eine Kooperation mit ihm strikt ablehnen, wirft er vor, " selbst nicht zur demokratischen und toleranten Zusammenarbeit fähig zu sein ", was ja die Zwangseingemeindungen ohne Bürgeranhörung in Staßfurt beweisen. " Wiest, der jahrelang Einzelkämpfer im Stadtrat war, hat die " UWG Salzland " zusammen mit kritischen Bürgern der Stadt aus der Taufe gehoben, " weil man alleine nicht sehr weit kommt. " Außerdem sei es gut, wenn noch mehr Bürger in den Stadtrat kommen, die keiner Parteiliste angehören, sagte er. Ein erster Erfolg war die Wahl von Hartmut Wiest in den Kreistag im Juni 2007.

Der Frontmann der " UWG Salzland " bezeichnet sich selbst als politisch vielseitig interessiert. Da ist es kein Wunder, dass die Politik neben seinen beiden Kindern zu den Hobbys des 46-jährigen ledigen Diplom-Ingenieurs für Informationstechnik gehört. In seiner Freizeit liest er gern politische Literatur sowie Gesetzblätter.