Auch wenn die Pegelstände der großen Flüsse eher stagnieren, entspannt sich die Hochwassersituation in der Egelner Mulde noch nicht. Die Gräben und kleinen Flüsse bereiten dem Hochwasserstab weiter Kopfzerbrechen. Und auch gestern wurden wieder Kontrollfahrten durchgeführt.

Egelner Mulde. Auch gestern war wieder das Mobile Hochwasserbüro in der Egelner Mulde unterwegs. Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr, Steffen Malucha, Ordnungsamtsleiter Hubert Malik und Reinhard Luckner, Bürgermeister der Stadt Egeln, machten sich auch gestern wieder zur Kontrollfahrt auf. Doch die Route hat sich seit Montag geändert. "Es gibt Stellen, da kommen wir mit unserem Mannschaftswagen einfach nicht mehr durch", erklärt Steffen Malucha. Innerhalb einer Woche hat das Fahrzeug der Feuerwehr bei den Kontrollfahrten über 600 Kilometer zurückgelegt. "Unser mobiles Büro hat sich bewährt. Wir sind vor Ort, wissen wo der Schuh drückt, und kommen mit den Leuten ins Gespräch. Außerdem sind wir telefonisch immer erreichbar", erklärt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Michael Stöhr. Und das Telefon stand auch gestern nicht still. Immer wieder suchen Bürger, die vom Hochwasser oder dem damit verbundenen angestiegenen Grundwasser betroffen sind, Hilfe. Noch im Fahrzeug werden weitere Maßnahmen koordiniert und eingeleitet. Einsätze können ausgelöst oder das Verteilen von Sandsäcken angeordnet werden.

Die Feuerwehren in der Egelner Mulde stehen immer in Alarmbereitschaft. Allein die Egelner Kameraden rückten in den vergangenen Tagen viermal aus. Auch die Wehren aus Tarthun, Borne, Wolmirsleben, Hakeborn und Westeregeln hatten alle Hände voll zu tun. "Ich möchte mich auf diesem Wege einmal bei allen Kameraden bedanken. Nicht nur, dass sie uns bei den Kontrollfahrten unterstützen, sondern auch für ihre Arbeit in den Einsätzen", erklärt Michael Stöhr.

Siele in Egeln wurden geschlossen

Eine große Runde drehten die Hochwasserkontrolleure gestern durch Egeln. In der Klostersiedlung sind bereits 15 Häuser vom Hochwasser und dem angestiegenden Grundwasser betroffen. "Der Schäfergraben hat den zweithöchsten Stand seit 1994", so Reinhard Luckner. Überall in der Stadt werden bereits die Keller ausgepumpt. So auch im Gymnasium. Und auch die angrenzende Wiese am Friedhof sieht bedrohlich aus. "Das Wasser drückt von Westeregeln und Etgersleben hier rüber. Es wurden jetzt Siele geschlossen, damit nicht noch mehr Wasser nachkommt", erklärt Hubert Malik.

<6>Eher ruhig sieht es hingegen am Wunneygraben aus. Auch dort wurde das Siel geschlossen. Seitdem ist der Pegel im Graben stark zurückgegangen. "Bei uns geht die größte Gefahr von den kleinen Gräben aus", macht Michael Stöhr dazu deutlich. Und auch an der alten Bode hat sich die Lage entspannt. In der Kita "Bördespatzen" in Egeln stehen die Pumpen nicht still. Die ersten feuchten Stellen sind im Keller zu erkennen. Vorsorglich wurde alles auf Stühle und Tische gestellt. "Wir versuchen mit allen Mitteln den Betrieb in der Einrichtung aufrecht zu erhalten und werden deshalb auch am Wochenende immer nach dem Rechten schauen", so der Verbandsgemeindebürgermeister weiter.

<7>In Westeregeln ist die Straße zum Reitplatz und zum Sportplatz gesperrt. Die Ehle hat die Brücke überschwemmt. "Nachdem der Pegel hier gefallen war, ist er jetzt wieder um vier Zentimeter innerhalb eines Tages gestiegen", erklärt Michael Stöhr. Beim Pegelmessen wurden die Kontrolleure gestern von Detlef Grau unterstützt. Mit seinen Gummistiefeln konnte er trockenen Fußes den Zollstock ansetzen.

<8>Nottelefon auch am Wochenende besetzt

<9>Immer mehr Straßen, Rad- und Fußwege müssen in der Egelner Mulde gesperrt werden. Betroffen ist davon auch der Verbindungsweg zwischen Tarthun und Groß Börnecke. Dort geht schon seit einigen Tagen nichts mehr. Nur noch große landwirtschaftliche Fahrzeuge können die Brücke über die Ehle dort passieren.

Michael Stöhr wies gestern noch einmal darauf hin, dass der Hochwasserstab auch am Wochenende erreichbar ist. Wer Hilfe benötigt, kann sich an die Telefonnummer (03 92 68) 94 43 06 wenden. "Das ist der Apparat von Steffen Malucha. Die Anrufe werden am Wochenende auf sein Handy umgeleitet. Im Notfall kann man sich aber auch an die Leitstelle unter 112 wenden", so der Verbandsgemeindebürgermeister weiter.

   

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