Die Kiellegung für ein 4,4 Millionen-Euro-Projekt erlebten gestern in der Tangermünder Schiffswerft Mitarbeiter des Unternehmens und die Auftraggeber aus Bremen. Im Herbst dieses Jahres soll die Fähre ihre Reise in Richtung Norden antreten.

Tangermünde l Schon einmal hatte die Hansestadt Bremen in Tangermünde den Neubau einer Fähre in Auftrag gegeben: 2010 mit der Neubaunummer 182, Stapellauf im März 2011. Jetzt kommt ein weiterer Auftrag für die Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft (SET) Tangermünde aus dem Norden. "Die SET hat sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen alle anderen Anbieter durchgesetzt", verriet gestern Andreas Bettray, Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen GmbH.

"Ich bin beeindruckt von der Entwicklung."

Fähren-Geschäftsführer Andreas Bettray

Zum zweiten Mal war Bettray zu einer Kiellegung an die Elbe gekommen. "Ich bin beeindruckt von der Entwicklung des Unternehmens", gestand der Bremer. Viel habe sich in den fast vier Jahren getan. Die Geschäftigkeit in der Werfthalle und auch auf den Außenanlagen beeindruckte nicht nur ihn. Auch die Mitglieder des Aufsichtsrates, ihnen voran Bernhard Günthert und Reante Bartholomäus-Lüthge, waren begeistert von der vielen Arbeit, die die SET derzeit zu leisten hat.

So steht nicht nur der Neubau eines Ölfangschiffs kurz vor seiner Fertigstellung. Viele Kreuzfahrtschiffe wollen bis Winterende überholt und repariert werden. Zeitgleich herrscht am Genthiner Standort ebenso viel Betrieb. Auch hier werden Neubau- und Reparaturaufträge abgearbeitet.

Im September vergangenen Jahres hatte die Tangermünder Werft den Neubauauftrag für die Bremer Fähre erhalten. Eigentlich war die Kiellegung für den 6. Dezember geplant gewesen. Der Orkan verlangte eine Terminverschiebung. "Die Arbeiten an der Fähre haben jedoch nicht geruht", freute sich Bettray. "Jetzt ist schon richtig was zu sehen." Mit den Mitgliedern des Aufsichtsrates ging es zur Kiellegung auf den Rohbau. Jedes Mitglied durfte eine der Zahlen in den Stahl schlagen. Die Fähre bekommt die Neubaunummer 192.

Im Herbst dieses Jahres soll die Fähre fertig sein und ihren Weg in Richtung Bremen antreten. "Wir brauchen die Fähre. Sie wird als Ersatzfahrzeug zum Einsatz kommen", verriet der Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen GmbH. Fünf Fähren betreibt die Hansestadt, befördert damit täglich etwa 14 000 Berufspendler, Schüler, Studenten und Urlauber.

Die neue Personen- und Fahrzeugfähre wird 14 Meter breit und 59 Meter lang, kann bis zu 150 Tonnen Last aufnehmen und eine Geschwindigkeit von 13 km/h erreichen. Geplant ist, sie zwischen Bremen Nord und dem Landkreis Wesermarsch zum Einsatz zu bringen.

Fünf Lehrlinge sind jetzt SET-Mitarbeiter

Um die derzeit vielen Aufträge abarbeiten zu können, bedient sich die SET der eigenen Mitarbeiter, übernimmt ganz aktuell alle fünf ehemaligen Lehrlinge in ein Beschäftigungsverhältnis und greift auf Mitarbeiter der Rönner-Unternehmensgruppe in Roßlau zurück.

Übrigens wurde die Heinrich-Rönner-Unternehmensgruppe mit Sitz in Bremerhaven im September 2013 mit dem Bremerhavener Unternehmerpreis ausgezeichnet.

 

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