Von Bernd-Volker Brahms

Stendal l Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) möchte die Bundes-Verbandsspitze des BUND zu einem "Auge-in-Auge"-Gespräch in die Altmark holen, um mit den Naturschützern über die A14 zu diskutieren. Dies sagte der Regierungschef am Montag bei einem Arbeitsgespräch in Stendal (die Volksstimme berichtete).

"Es geht auch die Anpassung der Lebensverhältnisse"

Es gehe ihm darum, den Naturschützern "auf zwischenmenschlicher Ebene offensiv klarzumachen", dass es bei dem Bau der Autobahn auch um eine Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West gehe. Dies müsse mit den Verantwortlichen des BUND einmal jenseits von Verwaltungsgerichten und Naturschutzgesetzen Auge-in-Auge erörtert werden. "Das sind wir uns 25 Jahre nach dem Mauerfall schuldig", sagte der Ministerpräsident. Es sei eben ein Unterschied, ob in einem Autobahnkreuz wie Frankfurt/Main eine Autobahn aus ökologischen Gründen verhindert werde oder in der Altmark. "Es kann nicht sein, dass eine ganze Region abgekoppelt wird", sagte Reiner Haseloff vor zahlreichen Wirtschaftsvertretern aus der Altmark und im Beisein des Stendaler Oberbürgermeisters Klaus Schmotz (CDU).

Unternehmer Bernd Zorn ("Zorn Instruments") nannte den Landesgeschäftsführer des BUND, Oliver Wendenkampf, einen Stalker. Es werde aus Prinzip gegen jeden einzelnen Bauabschnitt geklagt, obwohl die Belange des Naturschutzes sehr weitgehend berücksichtigt würden. Um Industriearbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, sei eine entsprechende Infrastruktur elementar wichtig, sagte Zorn.

Durch die Klagen des BUND würde der Autobahnbau jeden Tag teurer werden, betonte der Ministerpräsident. Das Geld könne viel besser in den Natur- und Umweltschutz investiert werden, sagte Haseloff.