Stendal l Besonders im Fokus der zweiten Prüfung stand der Verbindungsbau zwischen den Sparkassen-Häusern an der Arneburger Straße. Fast 1,3 Millionen Euro schlugen hier an Baukosten zu Buche.

Dabei hatte dieses Projekt im Verwaltungsrat 2006 schon einen zweiten Anlauf gebraucht. Erst als Vorstandschef Dieter Burmeister und ein pensionierter Architekt das Vorhaben dann erneut präsentierten, gab es die erforderliche Mehrheit. Pikant: Der Pensionär saß bis 2010 selbst lange Jahre im Verwaltungsrat und er war bis 2002 Geschäftsführer jenes Architektur- und Ingenieurbüros aus dem Raum Osterburg, das dieses Millionen-Projekt dann abwickelte.

Noch pikanter ist, was die Prüfer hier an Unterlagen vorfanden - oder eben auch nicht fanden: Ein Architektenvertrag - Fehlanzeige. In keinem Fall lagen Ausschreibungsunterlagen und Dritt- angebote vor. Die Bauakten waren in allen Fällen unvollständig. Für abgerechnete Leistungen in Höhe von 329.000 Euro gab es weder Aufträge oder Nachträge in den Unterlagen. Lediglich eine undatierte Auswertung der Einzellose fanden sie vor. Eine ordentliche Prüfung war unter diesen Vorzeichen "unmöglich", kritisieren die Prüfer.

"Alte Bekannte" aus der ersten Prüfung

Dafür trafen sie auf "alte Bekannte" aus ihrer ersten Prüfung: 20 Prozent des Auftragsvolumens ging an zwei Firmen, an denen der Stendaler Bauunternehmer Hans-Joachim M. damals beteiligt war. Gegen ihn ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft. Die Prüfer hatten in ihrem ersten Bericht bereits ein Beziehungsgeflecht von M. mit mehreren Firmen aufgezeigt und eine Art Netzwerk skizziert. "Verflechtungen" gibt es demnach auch zwischen M. und dem Geschäftsführer des Architektur- und Ingenieurbüros.

Die Prüfer kommen zu der Einschätzung: "Ein kollusives Zusammenwirken zu Lasten der Sparkasse ist nach unserem Ermessen nicht auszuschließen." Konkret bedeutet das: Sie hegen den Verdacht, dass sich da Allianzen zum eigenen Vorteil gebildet haben.

Insgesamt seien Arbeiten in einem Umfang von 599.914 Euro nicht exakt abgerechnet worden. Dazu zählen die Prüfer auch eine Summe von rund 4.000 Euro, die an einen Handwerksbetrieb ging, dervon einem damaligen Verwaltungsratsmitglied und noch heute aktiven Kommunalpolitiker geführt wird.

Von 41.000 Euro fehlt bisher jede Spur

Nicht die gesamten Summen verbuchen die Prüfer als Verlust für die Sparkasse. Die Kontrolleure gehen pauschal von einem "Preisschaden" von 20 Prozent der nicht korrekt abgerechneten Summen aus - im Fälle des Verbindungsbaus kommen sie auf 12.2760,70 Euro.

Von 41.000 Euro fehlt hingegen sogar jegliche Spur. 1,299 Millionen Euro wurden am Ende abgerechnet und bezahlt, doch nur 1,258 Millionen Euro sind nach den vorliegenden Unterlagen verbucht worden. Wo die Differenz geblieben ist, konnte von den Prüfern nicht geklärt werden.