Der Blumenstrauß des Monats geht im August an Andreas Bredow. Der Geschäftsführer des Stendaler Fernsehens ist vielerlei sozial engagiert, wurde auch schon zum Lebensretter.

Stendal l Andreas Bredow hat eine Lebensphilosophie. "Ich möchte viele Spuren hinterlassen, die das Leben für andere erträglich machen." In den Vordergrund stellen will er sich dabei nicht, verweist auf viele Mitstreiter. Genauso weiß der 48-Jähriger aber auch, dass es immer einen Impulsgeber braucht, um für Bewegung zu sorgen.

Wenn er vor seinem geistigen Auge Revue passieren lässt, wofür er sich schon engagiert hat, fällt ihm als Erstes der Jugendvideopreis ein. Den Wettbewerb, der in diesem Jahr in die 20. Runde geht, bezeichnet er als "mein Baby". Mit ihm bekommen junge Leute die Möglichkeit, sich mit ihrem Umfeld auseinanderzusetzen und ihre Ideen filmisch umzusetzen, egal ob Dokumentation, Spielfilm, Musikclip oder Animation. "Ich bin auch sehr stolz, dass wir so viele Top-Partner gewinnen konnten, und es ist eine Ehre für mich, mit so vielen tollen Menschen zusammenzuarbeiten", bleibt er zurückhaltend.

Auch seine zweite Idee gilt einem Wettbewerb. "Reflect ist wirklich eine Wahnsinnsveranstaltung, die zeigt, dass man etwas bewegen kann, wenn man etwas tut." Reflect ist ein landesweiter Wettbewerb, an dem Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen. Mit Filmen, Theaterstücken oder Bildern soll beantwortet werden, was Menschen in der Gesellschaft behindert und welche Visionen die Teilnehmer haben.

"Was hier passiert, ist Leidenschaft", sagte einer der Laudatoren zum zehnjährigen Bestehen des Offenen Kanals Stendal. Und das lebt Andreas Bredow. So waren 2000 Praktikanten beim Sender, bekamen einen Einblick in die Medienwelt. Seit 2005 sitzt er in der Prüfungskommission für den Medienbereich. Bredow ist Mitglied im altmarkweit tätigen Netzwerk 50+, mit dem versucht wird, über 50-Jährigen eine Arbeit zu verschaffen.

Bredow engagiert sich auch für die politische Bildung. So war er jahrelang im Husarenverein tätig, weil er der Meinung ist, dass Geschichte erlebbar sein muss. Den selben Gedanken verfolgt sein Film "Mein Stendal", in dem Zeitzeugen ihre

Erinnerungen an die 30er und 40er Jahre schildern, verbunden mit Bilddokumenten. Derzeit arbeitet er an einer Fortsetzung über die Jahre vom Kriegsende bis zum Mauerbau.

Wofür er überhaupt keine Lorbeeren haben will, ist die Rettung des kleinen Lennard. Am 7. Juli 2013 hatte sich das Auto, in dem der Dreijährige mit seiner Mutter saß, auf der Landstraße zwischen Tangerhütte und Mahlpfuhl überschlagen. Bredow wurde zum Ersthelfer und Lebensretter für den Jungen. "Wir sind mit der Familie jetzt befreundet, haben neulich den neuen Geburtstag von Lennard gefeiert", erzählt er. Ein Held, das sei er aber nicht, "das war eine Selbstverständlichkeit".

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