19 junge Leute bekamen gestern an der BBS II des Stendaler Berufsschulzentrums ihre Abschlusszeugnisse für einen Beruf, in dem sie als die ersten Lehrlinge aus der Region für Firmen in der Region ausgebildet wurden. Jungen Leuten Perspektiven in der Altmark zu geben – gestern wurde gezeigt, wie diese von Politikern gern aufgestellte Forderung Praxis wird.

Stendal. Premieren sind nicht nur im Theater schön. Die feierliche Übergabe der Abschlusszeugnisse an die Schüler der Klasse MAL 07 gestern in der Berufsbildenden Schule ( BBS ) II Stendal war eine Premiere – eine, wie sie hätte schöner nicht sein können.

MAL steht für Maschinen- und Anlagenführer ( -innen ) der Spezialisierungsrichtung Lebensmitteltechnik, die 07 für das Jahr, in dem die 19 jungen Leute ihre Berufsausbildung starteten. Gestern nun der Abschluss, mit dem, sie ihren Beruf fast schon in der Tasche haben. Was noch aussteht, ist die praktische Prüfung vor der IHK in der kommenden Woche. Aber diesbezüglich müsse sich keines der Mädchen und keiner der Jungen ernsthaft Sorgen machen, waren sich Schulleiter Jörg Hagge und Nadine Sczyslewski, die Klassenleiterin der MAL 07, im teilweise recht bewegenden Moment des Abschieds einig. Die Klasse war einfach zu gut, als dass jetzt noch irgendetwas schiefgehen könnte. Daumen hoch von Nadine Sczyslewski, als sie ihrer Klasse während der Übergabe der Berufsschul-Abschlusszeugnisse eine kleine Überraschung präsentierte : " Ich kann Ihnen heute sagen, dass Sie alle auch die theoretischen Prüfungen vor der IHK bestanden haben. "

Grund genug, stolz zu sein, und das waren gestern viele. Zum Beispiel Schulleiter Jörg Hagge, BIC-Geschäftsführer Thomas Barniske und Dr. Marion Emmer, Geschäftsführerin des operativen Bereichs der Stendaler Arbeitsagentur. Sie gehörten federführend zu den Leuten, die sich 2006 auf den Weg gemacht hatten, auf Wunsch und Initiative heimischer Firmen der Nahrungsgüterbranche, die Ausbildung in einem noch jungen Beruf in Stendal zu organisieren. Junge Leute aus der Region in der Region ausbilden, und zwar gezielt als Fachkräftenachwuchs, den heimische Firmen suchen, so die Idee. Das Ergebnis präsentierten sie gestern gemeinsam mit Vertretern der Milksnack Produktions GmbH Tangermünde, der Milchwerke " Mittelelbe " Stendal, der Altmärker Fleisch- und Wurstwaren GmbH und der Landbäckerei Stendal, die in den vergangenen zwei Jahren ebenso zu Partnern in der Ausbildung dieser jungen Fachkräfte wurden wie die Berufsbildungsakademie Altmark.

Inzwischen sind weitere Firmen aus der Region hinzugekommen, so dass 26 spezialisierte Maschinen- und Anlagenführer im neuen ersten Lehrjahr dieser Stendaler Landesfachklasse ausgebildet werden und 11 für das Ausbildungsjahr 2009 / 2010 an der BBS II angemeldet sind. " Das werden bis zum Herbst dann auch wieder mehr als 20 sein ", ist Schulleiter Hagge sicher.

Doch aus der Zukunft zurück in die Gegenwart. Die bot gestern neben jeder Menge Lob für alle an diesem Premieren-Projekt in Sachen " Berufsausbildung mit Zukunft in der Altmark " Beteiligten auch Einsichten in die Gefühlswelt der Ausgebildeten. Sascha Gneist, einer der 19 ( nun ehemaligen MAL-Berufsschüler ) fasste seine Berufsschulzeit so zusammen : " Anfangs hat mich die Schule an ein Hotel erinnert, mit tollen Grünanlagen und Animateuren, die uns jeden Morgen Lust auf Sachen machen wollten, auf die ich eigentlich gar keine Lust hatte. Heute weiß ich : Unsere Animateure waren echte Profis. Sie haben uns mit Wissen ausgerüstet, das für unsere berufliche Entwicklung entscheidend ist. " Und an die Ausbilder in den Betrieben gerichtet, sagte der junge Mann : " Lehrausbildung, das war erst mal viel zu früh ins Bett gehen, um am nächsten Morgen viel zu früh aufstehen zu müssen. Und manches Mal war ‚ Stift ‘ zu sein Stress pur. Aber auch hier hat sich jede Minute gelohnt. Mit diesen Ausbildern waren wir immer bestens beraten. "

Dass die nicht minder mit ihren ersten spezialisierten MAL-" Stiften " zufrieden waren, widerspiegelt die Tatsache, dass jeder der 19 jungen Leute die Chance bekommen wird, in seinem Ausbildungsbetrieb auch zu arbeiten. Volker Taraba von der Milksnack GmbH drückte es so aus : " Sie haben ein solides Fundament gelegt. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen. Sie sind die Schichtleiter von morgen, sind die Ausbilder von morgen und sie können die Vertreter ihrer Firmen von morgen sein. Das sollte ihnen Mut machen. "