Krottorf l Lara, Pepe, Leonie, Jan und all den anderen Mädchen und Jungen der Krottorfer Kindertagesstätte gefällt jetzt der Garderobenraum ganz besonders. Obwohl es hier noch etwas nach Farbe riecht. Oder gerade deshalb. Denn auch Bärbel Krüger schnuppert mit Wohlwollen. "Dieser Geruch gibt mir das gute Gefühl, dass hier etwas erneuert, etwas verschönert worden ist", so die Kita-Leiterin.

Dem stimmen Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner (SPD) und der im Ortsteil Krottorf beheimatete Stadtrat Falk Öhlie (Unabhängige Fraktion) mit großer Freude zu. Mit großer Freude deshalb, weil es ihnen und den anderen Mitgliedern des Stadtrates in einer Gemeinschaftsaktion und auf etwas unkonventionelle Weise gelungen ist, in den zurückliegenden Wochen zwei Garderoben- und zwei Sanitärräume der Kindertagesstätte renovieren zu lassen, was schon lange überfällig gewesen sei.

Etwas ungewöhnlich war die Finanzierung schon. Denn das Geld haben Gröningens Bürgermeister und Mitglieder des Stadtrates aus ihren privaten Geldbörsen genommen und zum anderen von Firmen aus dem Umfeld, von Gröninger Partei-Ortsvereinen und von weiteren Sponsoren gespendet bekommen. Und das, obwohl die Verbandsgemeinde für die Kindertagesstätten und damit auch für deren Zustand zuständig ist. Also nicht die jeweilige Stadt oder Gemeinde, auch wenn denen möglicherweise die Immobilie gehört.

Und die für diese Arbeiten an der Krottorfer Kita etwa 7000 erforderlichen Euro waren ja ursprünglich auch im Entwurf des Haushaltsplanes der Verbandsgemeinde Westliche Börde enthalten. Wie auch das Geld für das eine oder andere Renovierungsvorhaben in anderen Kindertagesstätten der Verbandsgemeinde. Doch nachdem der Etat im Januar vom Verbandsgemeinderat bei einem Stimmenverhältnis von zehn zu zehn abgelehnt worden war, sind auf der Suche nach Einsparungen von den Rats-Ausschüssen nach und nach alle Vorhaben, die Zustände in den Kindertagesstätten zu verbessern, im Entwurf gestrichen worden.

"Da mussten wir in Krottorf handeln, denn die hier vorgesehenen Arbeiten konnten absolut nicht mehr aufgeschoben werden", so Ernst Brunner und Falk Öhlie. Sind doch beispielsweise vor vier Jahren in einer der Garderoben die Türen erneuert und die Wände links und rechts wie auf einer Baustelle hinterlassen worden. "Außerdem werden doch solche Renovierungsarbeiten von Jahr zu Jahr teurer", so Ernst Brunner. Was Falk Öhlie genauso sieht, der die Gelegenheit nutzen möchte, um an die Mitglieder des Verbandsgemeinderates zu appellieren, nicht gegeneinander, sondern mehr miteinander zu arbeiten. "Denn zum Beispiel haben alle vier Mitgliedskommunen Kindertagesstätten, deren Zustand doch wohl allen am Herzen liegen und Verbesserungen nicht dem Rotstift zum Opfer fallen sollten", so Falk Öhlie.

Worüber sich auch Bärbel Krüger mit ihren Kolleginnen freuen würde: "Wir sollen und wir möchten in unserer Arbeit mit den Kindern gute Qualität liefern, aber dann müssen auch die Bedingungen stimmen."