So überflutete Bäche, Gräben oder Wiesen wie in anderen Kommunen, beispielsweise entlang der Bode, findet man in der Gemeinde Sülzetal eher nicht. Doch Hochwasser im weitesten Sinne beschäftigt die Menschen auch hier, was die Bürgerfragestunde in der Osterweddinger Ortschaftsratssitzung deutlich machte.

Sülzetal. Nicht nur die Os-terweddinger klagen über Wasser im Keller. Ein Anwohner der Dodendorfer Straße dieser Ortschaft machte am Dienstagabend während der Ortschaftsratssitzung auf dieses Problem aufmerksam. Doch auch in einigen Teilen Dodendorfs und vor allem auch in Altenweddingen können die Hausbesitzer von überfluteten Kellern ein Lied singen. Erst gestern wandte sich eine Altenweddinger Familie Hilfe suchend an Bürgermeister Erich Wasserthal. 30 Jahre habe die Familie nie Wasser im Keller gehabt und nun gleich massiv.

"Wir lassen die Bürger mit ihren Problemen nicht allein und die Feuerwehren können helfen, wo es geht. Doch das sind auch Einzelfallentscheidungen. Wir müssen genau schauen, wo gepumpt wird. Man kann mit dem Pumpen auch Schaden anrichten", so Wasserthal.

Andererseits wurde gerade in der Diskussion mit dem Osterweddinger Bürger am Dienstagabend in der Ortschaftsratssitzung deutlich, dass die zum Teil enorm gestiegenen Grundwasserspiegel in ganz Sachsen-Anhalt ein generelles Problem sind, mit dem man sich ernsthaft beschäftigen müsse, auch in der Gemeinde Sülzetal.

Vor allem müssen die Gründe für das Ansteigen der Grundwasserspiegel gefunden werden. Ortschaftsratsmitglied Eckhard Klemm führte in diesem Zusammenhang an, dass mit den zahlreichen Bauaktivitäten überall im Land und auch in der Gemeinde Sülzetal etliche Gräben überbaut worden sind, mit der Folge, dass ansteigendes Wasser nicht mehr abfließen kann. So stellten sich die Ortschaftsräte die Frage, ob es helfen würde, Drainagen in die Grünflächen vor den Häusern zu legen.

In der weiteren Diskussion wurde auch zu bedenken gegeben, dass viele Brunnen heute nicht mehr genutzt werden und dass diese Tatsache möglicherweise auch für das Ansteigen der Grundwasserspiegel verantwortlich ist. "Mit dieser Problematik müssen sich Fachleute beschäftigen. Doch die Bürger sollten wissen, dass wir die Sache ernst nehmen und uns weiter kümmern werden", schloss Ortsbürgermeister Wolfgang Kettner die Diskussion.

Vor allem die Ortsmitte von Osterweddingen hatte von jeher mit Wasser zu kämpfen. Bestes Beispiel ist momentan der Rathauskeller, der seit Monaten nicht genutzt werden kann. Und die Wasserproblematik in der Ortsmitte hat sich verschärft. Ob dafür auch das Gewerbegebiet mit den großen Dachflächen vor den Toren des Ortes verantwortlich ist, erscheint momentan als reine Spekulation. Dennoch hat sich Bürgermeister Erich Wasser-thal an das zuständige Planungsbüro gewandt, mit der Bitte, das für das Gewerbegebiet erarbeitete Niederschlagswasserbeseitigungskonzept sich noch einmal genauer anzuschauen.