Im Förderverein der Kita Spatzennest in Langenweddingen engagieren sich Eltern und Erzieher gleichermaßen, um die Arbeit der Einrichtung zu unterstützen. Doch es geht nicht nur um Feste oder Veranstaltungen für die Kinder, nein auch die Bedingungen für die Spatzennest-Bewohner sollen sich verbessern.

Langenweddingen. Über 30 Mitglieder gehören inzwischen dem Förderverein "Kita Spatzennest" an. Und wie die Vorstandsmitglieder berichten, ist der Verein monatlich am Wachsen.

Am Dienstagabend fanden sich die Vereinsmitglieder zur Mitgliederversammlung zusammen, auch um eine erste Bilanz der Arbeit zu ziehen. In Zusammenarbeit mit der Kindereinrichtung wurden das Oma-Opa-Fest, ein Sommerfest, das 2. Nikolausfest organisiert und das Faschingsfest für die Kinder mit Pipo und Pipolina unterstützt. Erstmals gab es zu Ostern eine gemeinsame Aktion. Doch auch nötige Anschaffungen wie beispielsweise ein neues Spielhaus oder gar das Schaffen eines Spielberges mit Röhrensystem sind Ideen, die mit Hilfe des Fördervereins umgesetzt werden sollen.

Aber während der Mitgliederversammlung sollte das Thema Ausbau der Kindereinrichtung in den Diskussionen immer wieder die entscheidende Rolle spielen.

Wir erinnern uns: Der Gemeinderat hatte beschlossen, mit Hilfe von Mitteln aus dem Konjunkturpaket II die Sanierung der leerstehenden oberen Etage in Angriff zu nehmen, diesen Beschluss jedoch Wochen später wieder gekippt. Die Kita Langenweddingen geht komplett leer aus. Und so lange der Haushalt nicht beschlossen ist, er wurde vor 14 Tagen während der Gemeinderatssitzung ohne öffentliche Begründung von der Tagesordnung genommen, stehen die 4500 Euro für neuen Möbel in der Kita ebenso in den Sternen.

Mit 88 Kindern ist das "Spatzennest" derzeit voll ausgelastet. In diesem Zusammenhang betont Leiterin Cornelia Eisenkolb nochmals: "Es geht bei der Sanierung der oberen Etage in keinem Fall um die Erhöhung der Kapazität. Mit den Räumen in der oberen Etage soll einfach bewirkt werden, dass die Enge für die Kinder ein Ende hat."

Die Vorstellungen gehen dahin, dass eine Gruppe komplett nach oben zieht. Angedacht ist, dass die große Gruppe mit 17 Kindern dort ein neues Domizil bekommt. Zudem könnte in der oberen Etage ein Sport-raum geschaffen werden und die "Tanzmäuse" der Einrichtung hätten einen Probenraum. Einen Sportraum, in dem sich die Kinder mal richtig austoben könnten, gibt es in der Einrichtung momentan genauso wenig wie Umkleidemöglichkeiten für die Erzieherinnen.

Die obere Etage darf aber nur genutzt werden, wenn es einen zweiten Fluchtweg gibt, eine sogenannte Feuerschutztreppe angebaut wird. Die vorhandene Treppe im Treppenhaus, eine Holztreppe, müsste in Sachen Feuerschutz ebenso hergerichtet werden. Hier kam von einem Vati der Hinweis, dass es doch entsprechende Beschichtungsmöglichkeiten gibt und diese geprüft werden sollten.

"Den Finger immer wieder in die offene Wunde legen"

Derartige Dinge müssten aber mit der Gemeinde besprochen werden. Doch die Mitglieder des Fördervereins haben den Eindruck von "still ruht der See". Zweimal waren die Vorstandsmitglieder, Ralf Ebert-Lenz und Claudia Hadel bei Bürgermeister Erich Wasserthal. Er hatte versprochen, die Feuerschutztreppe über Sponsoren zu beschaffen. Jedoch ist hier der aktuelle Stand, dass lediglich 1000 Euro von einem Sponsor zugesagt wurden. "Aber wir wissen noch immer nicht, was die Treppe wirklich kosten wird. Genau wie der Umbau der oberen Etage müsste die Sache doch erst einmal vernünftig geplant werden, damit wir überhaupt wissen, über welche Größenordnungen wir hier reden", meint Ralf Ebert-Lenz.

Dem Förderverein ist klar, dass er nie und nimmer so viel Geld auftreiben könnte, um den Ausbau der oberen Etage bewerkstelligen zu können. Das ist auch nicht das Ziel. "Erich Wasserthal hat uns nach dem letzten Gespräch mit den Worten ¿kämpfen sie weiter‘ entlassen, genau das werden wir tun und den Finger immer wieder in die offene Wunde legen."

Die Vertreter des Ortschaftrates Andy Lankow wie Hartmut Pfahl nahmen an der Mitgliederversammlung des Fördervereins teil und machten sich ein Bild von der Enge in der Kindertagesstätte. "Auch Gemeinderatsmitglieder sollten das tun und vor allem zur Mittagszeit kommen, wenn die Kinder für die Schlafenszeit vorbereitet werden, wenn Tische und Stühle zusammengeschoben werden müssen, die Kinder halb mit den Köpfen unter den Tischen liegen, damit Platz für die Liegen ist. Traurig sind die Kinder, wenn Gebautes immer wieder zerstört werden muss, weil kein Platz ist", meinte die Vorsitzende des Fördervereins, Katrin Skirlo.

Im Übrigen gibt es, wie für alles in Deutschland, Vorschriften, wie viel Platz einem Kind in einer Kindertagsstätte zustehen. Einem Kindergartenkind werden pro Kopf 2,5 Quadratmeter zugestanden. Das kommt in der Kita Langenweddingen schon hin, nur bedenkt niemand, dass in den Räumen auch Möbel stehen.

In jedem Fall sind sich die Mitglieder des Fördervereins darin einig, dass sie immer im Ortschaftsrat, im Gemeinderat und in der Verwaltung an das Vorhaben "Ausbau obere Etage" erinnern werden, es darf in den Köpfen nicht in Vergessenheit geraten. Dabei verwiesen sie auch darauf, wie wichtig es ist, immer wieder Informationen untereinander auszutauschen.