Wernigerode/Halberstadt l Wie in vielen anderen Kommunen, werden auch in Halberstadt Bürgersprechstunden angeboten. Dort hat Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke)durchaus das Gefühl, seinen Bürgern damit helfen zu können - auch wenn er nicht immer der richtige Ansprechpartner für ihre Anliegen sei.

"Das Gespräch mit den Menschen lohnt sich immer", sagt das Stadtoberhaupt im Volksstimme-Gespräch. "Sicher ist es so, dass sich viele Dinge nicht sofort klären lassen oder ich manche Fragen nicht zufriedenstellend beantworten kann", räumt Andreas Henke ein. "Aber meistens ist es gar nicht die sofortige Lösung, die die Bürger erwarten."

Manche würden sich an ihn wenden, nachdem ihre Anliegen sehr lange Bearbeitungszeiträume in den Ämtern beansprucht haben. Andere kämen mit völlig neuen Bitten auf ihn zu. "Oft sind die Probleme schon bekannt", sagt der Politiker. Für die Sprechstunden nimmt er sich einen kompletten Arbeitstag lang Zeit. "Morgens bin ich meist im Rathaus und nachmittags in einer der Ortschaften oder in einem Stadtteil", erklärt er. Angeboten wird die Bürgersprechstunde einmal im Quartal.

Und sie wird rege genutzt, wie Andreas Henke beschreibt: "Es geht dann zu wie einer Arztpraxis." Die nächste Bürgersprechstunde im Halberstädter Rathaus wird übrigens am 25. März angeboten.

Bürgersprechstunden mit dem Oberbürgermeister werden in Wernigerode "traditionell bedingt" nicht angeboten. Das hatte Verwaltungspressesprecher Andreas Meling auf Volksstimme-Nachfrage vor wenigen Tagen erklärt.

"Es hat die Sprechstunden auch nicht bei Peter Gafferts Amtsvorgängern Horst Weihrauch und Ludwig Hoffmann gegeben", sagte Meling. Meist könnten die Anliegen der Bürger ohnehin nicht von Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) persönlich beantwortet werden, sondern müssten bei den Fachdezernenten "auf der Arbeitsebene" besprochen werden, wie der Leiter des Oberbürgermeister-Büros erklärte. Anders als sein Wernigeröder Amtskollege ist Andreas Henke auch im sozialen Netzwerk "Facebook" aktiv. Dort verfolgt der Halberstädter aktuelle Debatten und schaltet sich auch mal in die Diskussion ein.

"Ich habe mittlerweile 1800 Kontakte auf Facebook und nutze das intensiv", sagt er. Für viele Bürger sei die Hemmschwelle, ihn dort über eine Nachricht zu kontaktieren, geringer.

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