Die Smetana-Oper "Die verkaufte Braut" bildet in diesem Sommer den Höhepunkt der Wernigeröder Schlossfestspiele. Bei der Finanzierung des Musikspektakels kann Organisator Christian Fitzner auf die Unterstützung von zwei treuen Partnern bauen: Stadtwerke Wernigerode und Volksstimme.

Wernigerode l Ein verloren geglaubter Sohn, ein ominöser Vertrag und ein unglücklich verliebtes Mädchen - am 8. August feiert "Die verkaufte Braut" Premiere auf Schloss Wernigerode. Die Smetana-Oper bildet den Höhepunkt der diesjährigen Schlossfestspielsaison. Christian Fitzner und sein Philharmonisches Kammerorchester wollen dem Publikum auch in diesem Jahr ein buntes Spektakel mit "wunderbarer Musik und tollen Solisten" bieten. Die Oper sei ein "ziemlicher Klops, ein großbesetztes Stück mit vielen Chorsängern", so der Festspiel-Organisator.

Dafür geht Fitzner in diesem Jahr neue Wege. Kein Casting für die Solorollen, die Solisten für die Oper stehen schon seit Monaten fest. "Es werden Studenten der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover singen", so der Musikdirektor. "Wir haben das Stück mit ihnen bereits im Sommer auf Burg Warberg aufgeführt und setzen diese Zusammenarbeit fort."

Die Oper werde auf einer klassischen Bühne ohne große Aufbauten und Kulissen inszeniert. "Wir hatten viele Ideen, haben sie aber wieder verworfen." Stattdessen sei geplant, verstärkt das Schloss mit seinen Treppenaufgängen, Türen und Fenstern in die Handlungsabläufe einzubeziehen.

Um dem Besucherschwund der letzten Jahre zu begegnen, werden die Opernvorführungen diesmal auf drei Wochen ausgedehnt, informierte Fitzner. Angeboten werden sechs Vorstellungen - immer freitags und sonnabends. "Wir hoffen, dass wir an diesen Tagen mehr Gäste ziehen", so der Orchesterchef. Aufführungen unter der Woche werde es nicht geben. Dafür sei eine Nachmittagsvorstellung an einem der Wochenenden im Marstall geplant - ideal für Senioren oder Familien mit Kindern. Auch mit den anderen Veranstaltungen wie Eröffnungskonzert, Puppentheater, Wandelkonzerte und der "Last Night" hoffen Fitzner und seine Mitstreiter, den Nerv des Publikums zu treffen. "Wir freuen uns schon jetzt darauf".

Ohne Förderer wäre all dies über die Jahre nicht möglich gewesen, betonte Christian Fitzner. Deshalb freuten er und Schlosschef Christian Juranek sich umso mehr, dass mit den Stadtwerken Wernigerode und der Volksstimme zwei treue Partner dem Orchester auch diesmal ihre Hilfe bei der Finanzierung der Oper zugesagt haben. Zur Vertragsunterzeichnung auf dem Schlossinnenhof verriet Fitzner, dass es sich bei der "Finanzspritze" um den "größten Einzelposten" aus der Region handele. Genaue Zahlen wollten weder er noch seine Vertragspartner nennen. "Wir wissen unser Geld in guten Händen", so Regionalverlagsleiter Thomas Helmuth. Das Projekt liege ihm am Herzen. Tilo Winkler als leitender Regionalredakteur ergänzte: "Ich bin seit zwei Jahren hier in der Region tätig und habe Schloss und Schlossfestspiele schon lieb gewonnen." Stadtwerke-Chef Steffen Meinecke: "Kulturelle Angebote wie diese machen die Stadt lebenswerter, deshalb unterstützen wir sie gern." In diesem Jahr werde es übrigens neue Sitzkissen für die Besucher geben, so Meinecke. "Stadtwerke und Volksstimme haben sich die Kosten geteilt. Die alten Kissen haben nach 16 Jahren ausgedient."