Sommerzeit ist Wanderzeit. Die Harzer Volksstimme stellt in den nächsten Wochen verschiedene Touren durch Wernigerode und seine Dörfer vor, die Ortskundige für die Leser herausgesucht haben. In Teil I erkundet Harzklub-Wanderwart Dieter Runge die Himmelpforte.

Wernigerode l Für den Pfingstausflug "ganz in Familie" empfiehlt Wernigerodes Harzklub-Wanderwart Dieter Runge eine leichte, abwechslungsreiche Tour zur Himmelpforte, die auch für ungeübte Wanderer und Ausflügler mit Kinderwagen geeignet ist. Die Länge der Strecke beträgt etwa fünf Kilometer. Je nach selbst gewählter Geschwindigkeit sollte man dafür etwa eineinhalb bis zwei Stunden einplanen.

Als Startpunkt empfiehlt Dieter Runge Hasserode, Am Eichberg, den beliebten Eingang zur Himmelpforte. Die Buslinien 1 und 4 halten dort in der Nähe. Zudem gibt es vor Ort Parkmöglichkeiten.

Die Ausflügler sollten, so der Wanderwart, dem Hauptwanderweg E11, R1 im rechten Tal leicht ansteigend folgen und vorbei an den Fischteichen zum ehemaligen Kloster Himmelpforte gehen. Die dort angebrachten Informationstafeln geben den Besuchern interessante Erläuterungen zu der Gegend.

Das ehemaliger Augustinerkloster Himmelpforte war im Jahre 1253 durch den Ritter Dietrich von Hartesrode in einem geschützten Waldtal gestiftet worden. Die dort lebenden Augustinermönche widmeten sich der Wissenschaft und dem geistlichen Leben. Sie kümmerten sich um das Seelenheil der Menschen in den umliegenden Orten. Die Fischteiche gehen auf diese Mönche zurück. Gärten und Weinberge befanden sich ebenfalls dort.

Das Kloster war im Bauernkrieg 1525 gestürmt worden. Die Mönche flohen. Das Klostergebäude stand noch bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts. Es war einst als beliebter Wallfahrtsort bekannt. Als Erinnerung geblieben sind nur noch die Reste einer Grundmauer.

Nach kurzem Ausruhen auf zwei vorhandenen Bänken erreichen die Wanderer nach etwa 100 Metern die Wasserscheide. Ein Teil des Wassers fließt in Richtung Elbe, der Rest zur Weser. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Luther-Gedenkstein. Der Reformator besuchte am 6. August 1517 mit seinem Ordensbruder und Freund, dem Generalvikar Johann von Staupitz, das Kloster Himmelpforte. Daran erinnert der 1917 errichtete Luther-Gedenkstein.

Dieter Runge empfiehlt: An der Wegegabelung dem linken Weg folgen - der Wegweiser zeigt Richtung "Plessenburg, Steinerne Renne". Dort geht es vorbei an der Schutzhütte und dem Mammutbaum, vorbei auch an zwei Wiesenflächen zur Wegekreuzung mit Ausblick zum Hohnekamm und ins Rennetal. Dort sollte man links abbiegen - dem Wegweiser "Am Eichberg" folgend - zum Wendeplatz der Straße "Am Eichberg". Auf dieser Straße erreicht man bald den Ausgangspunkt der Tour.