Zum 70. Mal jährt sich am Sonntag, 20. Juli, das Attentat auf Adolf Hitler, das den Zweiten Weltkrieg hätte beenden können. Aktiv daran beteiligt waren auch mehrere Männer, die direkten Bezug zu Blankenburg haben.

Blankenburg l Eine Bombe, von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Hauptquartier von Adolf Hitler deponiert, sollte am 20. Juli 1944 den Zweiten Weltkrieg beenden. Das Attentat misslang. Hitler überlebte den Anschlag. Für die Gruppe um Stauffenberg bedeutete dies den Tod. Mehrere seiner Helfer wurden sofort erschossen, andere in Schauprozessen zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee erhängt.

Unter den meist adeligen und hochrangigen Militärs, die nur noch in Hitlers Tod eine Möglichkeit sahen, Deutschland zu retten, waren auch mehrere Männer, die enge Bindungen zu Blankenburg hatten. Hasso Effler hat gemeinsam mit Archivmitarbeiterin Ingrid Glogowski deren Biografien recherchiert. Am Vorabend des 70. Jahrestages des Hitler-Attentats wird Effler die Lebenswege der Widerständler in einem Vortragsabend nachzeichnen (siehe Infokasten).

Breiten Raum wird dabei das zum Teil recht widersprüchliche Leben von Otto Korfes (1889-1964) einnehmen, der 1901 mit seinen Eltern nach Cattenstedt gezogen war. Der Pfarrersohn kämpfte bereits im Ersten Weltkrieg und wurde 1917 zum Hauptmann befördert. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst im Reichsarchiv, ehe er 1937 zum aktiven Wehrdienst eingezogen wurde. Als Kommandeur befehligte er Truppen in Polen, Frankreich und Russland. Ein völliges Umdenken kam für ihn wohl erst im Kessel von Stalingrad. Von den furchtbaren Erlebnissen geprägt, gründete Korfes - inzwischen Generalmajor - während der russischen Gefangenschaft mit weiteren Generälen und Offizieren den "Bund Deutscher Offiziere", die sich offen gegen den Krieg und Hitler stellten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hinterließ der ehemalige Wehrmachtsgeneral in der DDR seine Spuren. So setzte er sich intensiv für die Rettung von preußischen Kunst- und Kulturgütern ein. Auf persönlichen Wunsch des russischen Marschalls Tschuikow baute er aber auch die Kasernierte Volkspolizei mit auf - den Vorläufer der Nationalen Volksarmee.

In seinem Vortrag wird Hasso Effler auf Korfes persönliche Verflechtungen zu den Hitler-Attentätern eingehen. So war beispielsweise sein Schwager Albrecht Mertz von Quirnheim direkt am Anschlag beteiligt und wurde noch am selben Tag mit Stauffenberg erschossen. Die Eltern, Hermann und Elio-nore, waren 1940 nach Blankenburg gezogen, wo sie in der Luisenstraße 3 wohnten.

Ein weiterer Schwager von Korfes war Wilhelm Dieckmann. Dieckmann arbeitete ebenfalls im Reichsarchiv in Potsdam und war bereits seit 1935 Mitglied der Bekennenden Kirche, der Oppositionsbewegung evangelischer Christen. Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat wurde er nach brutalen Verhören am 13. September 1944 in Berlin von der Gestapo erschossen.

Zu den Hauptbeteiligten des 20. Juli gehörten auch die Brüder Frietz-Dietlof sowie Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg. Es sind Verwandte des herzoglichen Hofjägermeisters, der bis zu seinem Tod 1929 in der Welfenstraße 31 lebte. Frietz-Dietlof Graf von der Schulenburg wird bereits ein geplantes Attentat auf Hitler 1940 in Paris zugeschrieben. Dies konnte er aber nicht ausführen, da die vorgesehene Parade abgesagt wurde.