Silstedt l Großer Bahnhof in Silstedt: Bürgermeister Karl-Heinz Mänz hat am Donnerstag die Jurymitglieder des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" durch den Ort geführt. Zuvor hatte der CDU-Politiker vor den Vertretern des Harzkreises einen umfangreichen Vortrag im Museumshof "Ernst Koch" über den Ortsteil gehalten, der 1993 in die Stadt Wernigerode eingemeindet wurde.

Silstedt, das schon immer von der Landwirtschaft geprägt war, zählt 1090 Einwohner. 25 Unternehmen sind in dem Ort registriert. "Von der Friseurmeisterin bis hin zu großen Handwerksbetrieben gibt es alles im Ort", so Mänz. Mit großem Erfolg sei 1992 die Dorferneuerung angeschoben worden. Bis auf zwei Stichstraßen seien alle Straßen saniert. Mit dem Bau der Zentrale des Wasser- und Abwasserverbands Holtemme-Bode in Silstedt seien alle Haushalte an das Abwassernetz angeschlossen worden. Besonders stolz ist der Ortschef darauf, dass 13 junge Familien im Dorf ihre Eigenheime errichtet haben. Keines der 42 Grundstücke, die zum Verkauf standen, sei unbebaut geblieben.

Mänz wies auf die rege Vereinstätigkeit im Ort hin. "Unsere Turnhalle ist bis Freitagabend ausgelastet", so der Kommunalpolitiker. Im Museumshof, der einst vom Silstedter Ernst Koch für eine DM der Stadt übergeben worden war, engagieren sich 42 Mitglieder und halten die Erinnerung an die Geschichte des Ortes wach. Im Reit- und Fahrverein, in der Feuerwehr, im Sport- und im Theaterverein, in der Volkssolidarität und bei den Schützen seien viele Silstedter aktiv.

Ein Problem sei die Versorgung mit schnellem Internet, sagte der stellvertretende Ortsbürgermeister Reinhald Deter (Bürger für Silstedt). "Bei der Versorgung mit Breitband ist Silstedt ein weißer Fleck auf der Landkarte", so Deter. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung interessierten sich vor allem für das Engagement junger Menschen im Ort. "Das hört sich alles sehr gut an", sagte Kerstin Jörger, zuständig für Kreisentwicklung. "Aber gibt es noch Nachholbedarf?" Karl-Heinz Mänz musste lange überlegen. "Ganz große Wünsche haben wir nicht."

Innerhalb der nächsten sechs Wochen entscheidet die Jury, ob Silstedt unter den zwei besten Dörfern von 19 Bewerbern im Harzkreis ist. Dann geht es auf Landesebene in die nächste Runde, bevor der Bundesausscheid ansteht. Ziel des Wettbewerbs ist es, Menschen zu motivieren, die Zukunft der Dörfer mitzubestimmen.