Drübeck (rar). Riesige Kahlschlagflächen begegnen dem Wanderer im Tänntal auf dem Weg zur Plessenburg. Zumeist östlich der Forststraße handelt es sich um den Drübecker Gemeindewald. Erst bei genauerem Hinsehen wird offenbar, dass nach dem massenhaften Befall des Borkenkäfers mit der Wiederaufforstung bereits vor Jahren begonnen worden sein muss: "Es waren meine ersten Amtshandlungen als damals noch eigenständiger Bürgermeister", bestätigt Günter Abel auf Nachfrage. Und er spricht von 2006/2007.

10 000 Fichten seien es an nur einem einzigen, noch dazu besonders steilem, sechs Hektar großen Hang gewesen. Um die stark befallenen Bäume aus dem Wald zu holen, brauchten die Forstleute damals extra einen Seilkran.

Aber wo die Experten vom Nationalpark höchstwahrscheinlich lieber einen Mischwald angepflanzt hätten, zogen die Drübecker doch wieder Fichten vor. "Das ist dermaßen steil dort, das hätten wir gar nicht gattern oder später instandhalten können", so Drübecks Ortsbürgermeister.

Sie wirkt beinahe surreal: Eine einzige riesige Buche ist vom ursprünglichen Bestand stehengeblieben und trotzt seither ungeschützt allen Stürmen. Aber längst hat dieser Baum "zu seinen Füßen" für Nachwuchs gesorgt. Abel zeigt sich über die natürliche Vermehrung erfreut. Ganz in der Ferne, am oberen Ende des Hanges, stehen auch noch zahlreiche Lärchen und Birken. Unterm Strich wird es dann letztlich doch "fast ein richtiger Mischwald" an dieser Stelle. Abel rechnet damit, dass besagter Steilhang im Tänntal binnen der nächsten zehn Jahre wieder als Wald wahrzunehmen und damit zu nutzen ist.

Insgesamt gehören die 330 Hektar des Drübecker Gemeindeforstes jetzt fusionsbedingt zu Ilsenburg. Das betrifft neben dem Tänntal auch den Pfenningsberg und den Kanterkopf.

Die Bilanz der Nach-Pflanzungen während der letzten drei Jahre im gesamten Drübecker Gemeindeforst sind beeindruckend: über 30 000 Fichten, 1500 Bergahornbäume, 500 Douglasien sowie 1000 Roterlen.

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