Wernigerode ( pwr ). Nach der durch Sanierungsarbeiten an der Johanniskirche bedingten einjährigen Zwangspause startet dort am Sonnabend, 1. Mai, um 21 Uhr wieder die Reihe " Orgel zur Nacht ".

Zur Eröffnung konnte Konrad Paul als Initiator den Bochumer Satiriker Okko Herlyn gewinnen, um mit ihm gemeinsam einen Abend mit Kirchenkabarett und der Königin der Instrumente zu gestalten. Der studierte Theologe lehrt als Professor an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum. An den Wochenenden tritt Herlyn in Kleintheatern, Kulturzentren und Gotteshäusern auf. Er erhielt für seine Prosa, Texte und Lieder zahlreiche Auszeichnungen.

Die zweite Veranstaltung am Sonnabend, 5. Juni, steht im Zeichen der Romantik. Matthias Grünert, Kantor an der Frauenkirche in Dresden, wird Werke von Rheinberger, Reger und Mendelssohn vorstellen.

Psalmen, Texte und Improvisationen werden im dritten Konzert am Sonnabend, 10. Juli, zu Gehör gebracht. Der an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf lehrende Professor Torsten Laux spielt eigene Vertonungen und Themenwünsche des Publikums.

Die Kombination Oboe und Orgel ist am Sonnabend, 21. August, zu erleben. Gespielt werden u. a. Werke von Guilmant, Händel und Rheinberger von Rene Eljabi ( Oboe ) und dem Oberhausener Regionalkantor Christian Gerharz ( Orgel ).

Ein Höhepunkt der Reihe wird der Auftritt von Frederic Blanc, Titularorganist an der großen Cavaille-Coll-Orgel in der Kirche Notre-Dame d ‘ Autrenil in Paris, sein. Unter dem Motto " Vive la France " werden Werke französischer Meister wie Franck, Durufle und Dubois erklingen. Dieses Konzert am Sonnabend, 18. September, dürfte einmalig in der Region sein. Zu verdanken ist es offensichtlich dem 125. Geburtstag der Ladegast-Orgel in St. Johannis.

Übrigens nicht das einzige Jubiläum, denn die " Orgel zur Nacht " findet bereits zum fünften Mal statt. Zum Finale am Sonnabend, 9. Oktober, konnte der Leipziger Organist und Kirchenmusiker David Timm mit seinem Jazz-Quartett gewonnen werden. Das nach Ansicht der Kritiker musikalische Allround-Genie liebt es, Tradition und Stile zu verbinden, die Klassik swingen zu lassen und den Jazz durch klassische Formen zu vertiefen. Zu hören sein werden Bach- und Robert-Schumann-Bearbeitungen.

Eine schöne Tradition ist es zudem geworden, dass sich nach den Konzerten Musiker und Besucher vor der angestrahlten Kirche versammeln, um bei einem Getränk ins Gespräch zu gelangen.