Wernigerode. " Andere brauchen dafür fünf Jahre. Wir haben das innerhalb von zwei Tagen geschafft. " Das sagte Anke Duda, Grafikerin und Mitinitiatorin der Werbeaktion für die gerade zu Ende gegangenen Wernigeröder Schlossfestspiele ( wir berichteten ).

24 unterschiedliche Stühle, alle in einheitlichem Lila, seien gewerblich verkauft worden, die restlichen sechs privat. Etliche Besucher der Festspiele hätten sich auf diese Art ein Stück Erinnerung erworben. Abgesehen davon lägen weitere Bestellungen vor. Die Vorbereitungen liefen allerdings schon etwas länger : " Letztlich haben wir 14 Tage gepinselt, wie die Weltmeister ", fasste Initiator Horst Hoberg die Aktion in ihrer Endphase zusammen. Ausschlaggebend für die Farbe Lila sei die Vorstellung des Bühnengestalters gewesen. Zudem findet sie sich auch auf den Veranstaltungsplakaten wieder. Durch diesen hohen Wiedererkennungswert der überall vor den Geschäften aufgestellten Stühlen, werde faktisch eine Brücke geschlagen. Das hatte in den letzten Tagen auch schon hervorragend funktioniert. Immer wieder konnte man beobachten, wie Leute aller Altersgruppen auf den Stühlen Platz nahmen oder wenigstens die Aufschriften lasen.

Anke Duda : " Eigentlich haben wir ja mit den Stühlen auch Requisiten geschaffen. Ohne Stühle, keine Zuschauer. Klar hätten wir uns auch noch mehr Gewerbetreibende in der Stadt gewünscht, die sich der Aktion anschließen. " Und : " Aber für das nächste Jahr lassen wir uns etwas anderes einfallen, vielleicht sogar noch etwas opulenter, was die Bühnengestaltung anbetrifft. "

2010 entweder " Fidelio " oder " Rigoletto "

Bei dieser Gelegenheit ließ Christian Fitzner als Leiter des Philharmonischen Kammerorchesters " die Katze aus dem Sack ", was die Besucher 2010 auf dem Schlossberg erwarten dürfen. Es spräche einiges für Verdis " Rigoletto ". Alternative wäre Beethovens einzige Oper " Fidelio ?". Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus, so Fitzner, der damit noch nichts versprochen haben will.

Der letzte Stuhl und zugleich der Schönste wurde seinerzeit übrigens gerade noch rechtzeitig vor der Premiere dem Orchesterchef zum Abschluss der Aktion offiziell überreicht. Gedacht für eine Szene des jungen Offiziers " Ferrando " und somit auch nicht zu übersehener Teil der Requisite.

Schöner Nebeneffekt : Mit diesem letzten lila Stuhl konnte Anke Duda ( verantwortlich für die konzeptionelle Umsetzung ) auch in ganz anderer Hinsicht ein Zeichen setzen : Sie übergab der Stadt einen Scheck über 150 Euro für einen guten Zweck. 5 Euro pro Stuhl fließen in den " Bürgerfonds für Kinder ".