Gefährlich oder nicht – der GWW-Spielplatz in der Elise-Crola-Straße. Die Tummelgeräte sind verschlissen, es bestehe Verletzungsgefahr für die Kinder. Die GWW will kein Geld investieren, es gebe genügend andere Spielplätze in der Nähe.

Wernigerode. Die riesige Wiese ist voller Gänseblümchen. Schattenspendende Bäume umsäumen die Rasenf äche. Ringsherum stehen Fünfgeschosser. Von den Balkons aus haben die Bewohner einen sonnigen Ausblick auf ihr " kleines Stadtfeld-Paradies " in der Elise-Crola-Straße. Wenn da nicht der Spielplatz wäre, der vielen Müttern ein Dorn im Auge ist.

" Ich habe schon als kleines Kind hier gespielt ", sagt zum Beispiel Antje Mohr gegenüber der Harzer Volksstimme. " Das ist 25 Jahre her. Und seither hat sich nicht viel getan. " Eine Sandkiste, ein großes Holzpferd mit knallroter Rutsche und zwei Spielhäuser. " Das war früher sicher mal schön ", sagt die junge Frau. " Aber jetzt muss man hier ja regelrecht Angst um seine Kinder haben. " Das Holz des Klettertiers ist mit Farbe beschmiert und längst verschlissen. Eine Leiter bzw. Aufstiegshilfe fehlt völlig. " Die Mädchen und Jungen ziehen sich ständig Splitter ein ", sagt Lydia Wilczek. Auch ihre Kinder toben gern auf dem Spielplatz hinter ihrem Wohnhaus. Kürzlich sei sogar ein kleines Mädchen mit dem Kopf zwischen zwei Balken stecken geblieben und habe sich nicht selbst befreien können, weiß Antje Mohr zu berichten.

" Die Stadtverwaltung hätte hier bestimmt schon etwas getan, sind sich die Mütter sicher. Doch der Wohnkomplex gehört zur Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode ( GWW ), und diese ist auch für den Spielplatz zuständig. Beschwerden hätten dort bisher nichts gebracht, so Lydia Wilczek. Eine GWW-Mitarbeiterin habe lediglich gesagt : " Dort wird nichts verändert. Seien Sie nicht so faul, es gibt noch andere Spielplätze in der Nähe. "

" Ist kostenintensiv,

da reichen

10 000 Euro nicht "

Eine Unverschämtheit f nden die Mütter, die nun befürchten, dass die Tummelstätte ganz abgerissen wird. " Das wäre so schade ", sagt Lydia Wilczek. " Hier spielen täglich 20 bis 30 Kinder. Und das Schöne ist ja, dass wir sie vom Fenster aus im Auge behalten können. "

Die Spielplätze im Wohngebiet werden regelmäßig gesäubert und gewartet, versichert GWW-Chefn Kirsten Fichtner auf Volksstimme-Nachfrage. Eine Ausbesserung oder Reparatur der Spielstätte in der Elise-Crola-Straße sei in diesem Jahr jedoch tatsächlich nicht geplant. Von dem Holzpferd gehe ihres Wissens keine Gefahr aus. " In den letzten Jahren haben wir bereits einige andere Spielplätze erneuert. Das ist sehr kostenintensiv, da reichen 10 000 Euro nicht. " Keine 200 Meter weiter bef nde sich ein zudem schöner Tummelplatz mit Sitzmöglichkeiten für die Eltern. " Warum gehen die Mütter mit ihren Kindern nicht dort hin ?", fragt die GWW-Chefn und räumt anschließend ein : " Sollte zum Jahresende etwas Geld übrig sein, erneuern wir die Geräte vielleicht. Aber es bleibt ein Kleinkinderspielplatz. "

Für die besorgten Mütter erstmal wenig Trost. Aber wenigstens eine Angst kann Kirsten Fichtner ihnen nehmen : " Abreißen werden wir die Spielstätte nicht. "