Die Straße im Tunnel unter dem Kanal in Elbeu macht den Anwohnern Kummer. Dieses Teilstück ist gepflastert und sobald Autos darüberfahren, rumpelt es. Abhilfe ist vor 2021 nicht in Sicht.

Wolmirstedt l Reinhard Paschold wohnt in Elbeu, in der Nähe des Mittellandkanals. Fast neben dem Rumpel-Tunnel. So haben er und seine Mitbürger den Tunnel getauft, durch den Autos unter dem Kanal hindurchfahren. Das Hindurchfahren ist mit ziemlich viel Lärm verbunden. 90 bis 95Dezibel hat Reinhard Paschold bei fahrenden Pkw gemessen, bei Lkw über 110 Dezibel. Das entspricht dem Lärm eines Rasenmähers beziehungsweise Motorsägenlautstärke.

Reinhard Paschold macht noch auf ein weiteres Problem aufmerksam. "Der schmale Rad- und Fußweg neben der Fahrbahn ist kreuzgefährlich für die Nutzer, besonders, wenn sich nebenher noch zwei Fahrzeuge begegnen."

Eigentlich hatten die Elbeuer auf Abhilfe gehofft. Sie waren beinahe bereit, sich bis in das Jahr 2017 zu gedulden. Dann wollte das Wasserstraßenneubauamt des Bundes den sogenannten Rahmenriegel des Kanals erneuern. Grob gesagt ist das ein U-förmiges Profil, das die Stabilität des Kanals gewährleistet. In der Praxis bedeutet das, die Arbeiten beginnen anderthalb Meter unter der Erde. So weit ragt der Rahmenriegel mindestens ins Erdreich hinein. "Für die Tragfähigkeit ist es allerdings derzeit nicht erforderlich, den Schutzbeton dieses Rahmenriegels zu erneuern", sagt Karl-Heinz Wiese vom Wasserstraßenneubauamt. Auf lange Sicht sei alles stabil. Deshalb betreut das Amt derzeit andere Projekte, der Rahmenriegel soll nach neuesten Planungen vorraussichtlich erst 2021 dran sein. "Wir fühlen uns veräppelt", sagt Reinhard Paschold. Er weiß, dass auch die Kleingärtner der anliegenden Sparte unter dem Lärm leiden.

Auch Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) kennt das Problem. Er hat sich mit dem Landkreis in Verbindung gesetzt und um eine Zwischenlösung für die Fahrbahndecke gebeten. Doch auch dafür gibt es aus jetziger Sicht keine Hoffnung. "Würden wir eine Decke auf das Pflaster bringen, könnten wir die geforderte lichte Höhe von 4,50 Meter nicht mehr gewährleisten", erklärt Karin Neuendorf, Leiterin des landkreiseigenen Eigenbetriebes Straßenbau, "wir können derzeit gerade 4,50 Meter vorhalten, so dass nicht mal eine dünne Decke in Betracht kommt." Auch die zweite Möglichkeit, nämlich diese Straße zu sperren, komme laut Karin Neuendorf nicht in Frage. "Wir müssen sie für Traktoren und andere langsam fahrende Fahrzeuge offen halten, da diese Fahrzeuge die B189 nicht nutzen dürfen."

Die Durchfahrt durch Elbeu wurde 2006 grundhaft ausgebaut. Bis auf das Teilstück unter dem Kanal. "Hätten wir gewusst, dass das Wasserstraßenneubauamt sich so lange Zeit lässt, hätten wir das Stück mitgemacht." Damals sollte das Kanalstück 2012 gemacht werden. Hätte der Eigenbetrieb gleich 2006 die Straße erneuert und die wäre 2012 wieder aufgerissen worden, hätte das kein Mensch verstanden. "Es wäre aus finanzieller Sicht Frevel gewesen", sagt Karin Neuendorf.

Noch ein anderes Problem wäre aufgetaucht. Wäre 2006 mit Fördermitteln gebaut worden, hätte das eine zehnjährige Zweckbindung bedeutet. Das heißt, bis 2016 hätte niemand diese Fahrbahn anfassen dürfen. Das Wasserstraßenneubauamt hätte 2012 schlichtweg nicht anfangen können. "Aus heutiger Sicht hätten wir es 2006 tun sollen", sagt Frau Neuendorf. Reinhard Paschold hofft dennoch, dass es eine Lösung gibt. "Und wenn es nur zwei Fahrspuren sind, so wie bei Wirtschaftswegen."