Wolmirstedt l Karola W.* ist mit einer Herzensangelegenheit zur Stadtratssprechstunde in das Wolmirstedter Rathaus gekommen. Ihr Hund, ein Jack Russell Terrier, begleitet sie mittlerweile seit acht Jahren. Da ihr das Tier sehr ans Herz gewachsen ist, möchte Karola W. ihren Vierbeiner auch beerdigen können, wenn er verstirbt. Aus diesem Grund wünscht sie sich auf dem Wolmirstedter Friedhof eine Ecke nur für Haustiere, die den Besitzern die Möglichkeit gibt, Abschied von ihren Tieren zu nehmen.

"Ich habe keinen eigenen Garten oder irgendwo sonst die Möglichkeit, meinen Hund zu bestatten. Ich würde dafür auch bezahlen", erklärt Karola W. dem Stadtratsmitglied Detlef Horstmann, der an diesem Tag ein offenes Ohr für die Belange der Bürger hatte. "Den Vorschlag werde ich dem Stadtrat unterbreiten", verspricht er. Selbst hält Horstmann einen Tierfriedhof für begrüßenswert.

"Ich möchte meinem Hund seine letzte Ruhe geben, wenn es soweit ist. Immerhin ist er wie ein Kind für mich. Außerdem weiß ich nicht, wie lange so ein Jack Russell Terrier lebt", erläutert Karola W. ihre Beweggründe. "Es müsste auch nur eine kleine Ecke auf dem Friedhof sein. Hauptsache, ich kann ihn besuchen."

Wilfried Frenkel, Leiter des Wirtschaftshofes in Wolmirstedt, sieht hingegen keine Möglichkeit, diesen Vorschlag umzusetzen. "Einen solchen Fall haben wir noch nicht gehabt, aber in unserer Friedhofssatzung steht, dass eine Tierbestattung nicht zulässig ist", erklärt Frenkel. Die Satzung besage, dass der Zweck des Friedhofes nur in der Bestattung von Personen liege. Eine Lösung kann der Leiter des Wirtschaftshofes dennoch anbieten. "Es gibt in Magdeburg einen Tierfriedhof Am Spionskopf 20. Der existiert schon seit 1993 dort." Da könne Karola W. ihren Hund eines Tages beerdigen.

(*Name der Redaktion bekannt)