Die Räume der Volkssolidarität in der Burgstraße sind klein, von Balken durchzogen und nur über eine Treppe erreichbar. Doch das ist nicht das einzige Problem. Aus dem Stadthaushalt sind in diesem Jahr noch nicht die üblichen Gelder geflossen.

Wolmirstedt l Der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung steigt und somit könnte die Begegnungsstätte der Volkssoli- darität eine Blütezeit erleben. Die Wirklichkeit ist anders. Nur wenige Menschen finden den Weg in die Burgstraße, denn wer nicht gut zu Fuß ist, hat Mühe, die Treppen zu überwinden. Die Räume sind klein, urige Balken schränken die Bewegungsfreiheit ein. Werden Feste gefeiert, finden 30 Personen einen Sitzplatz, dann ist der Raum voll. An reges Plätzetauschen oder gar an ein Tänzchen ist nicht zu denken.

Dabei zeigen festliche Anlässe, dass Bürger durchaus Freude an der Geselligkeit in der Volkssolidarität haben. Zum Sommerfest im Schlossgarten kamen gar 100 Personen. Zum Chor oder zur Stuhlgymnastik finden sich regelmäßig 13 Personen zusammen. Aber eigentlich wünscht sich Begegnungsstättenleiterin Marita Albrecht tagtäglich viel mehr Besucher.

Ob und wann das möglich sein wird, steht nach wie vor in den Sternen. "Die Räume in der Burgstraße sind nicht optimal", weiß auch Martina Richter, Geschäftsführerin des Volkssolidarität-Regionalverbandes Ohre-Börde, zu dem die Wolmirstedter Begegnungsstätte gehört. Größere Räume wären von Vorteil, doch die Volkssolidarität kann nicht noch mehr Miete aufbringen als jetzt. "Es wäre gut, wenn wir Synergien mit Wohnungsgenossenschaften eingehen könnten", sagt Martina Richter und meint damit auch, dass die Räume der Zukunft mit anderen geteilt und nur zweitweise von der Volkssolidarität genutzt werden. Spezielle Vorstellungen, wo die Begegnungsstätte einziehen könnte, gibt es noch nicht. Am 16. Oktober wollen Martina Richter und Marita Albrecht mit Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) über das Problem reden.

Bei diesem Termin soll auch das neue Konzept der Begegnungsstätte vorgestellt werden. Das musste ausgearbeitet werden, damit aus dem Wolmirstedter Stadtsäckel wieder Geld in die Begegnungsstätte fließt. In den vergangenen Jahren waren stets um die 7000 Euro an die Volkssolidarität ausgezahlt worden, Geld, das für die Miete genutzt wurde. Einen Automatismus wie bisher soll es jedoch nicht mehr geben. Bürgermeister Stichnoth pocht auf Verträge, die es bisher nicht gibt. Als Grundlage für einen solchen Vertrag wurde nun ein Konzept angefordert. Dann könnte Geld fließen, das bereits in den Stadthaushalt eingestellt wurde.

"Natürlich fehlt uns diese Summe für die Begegnungsstätte", sagt Martina Richter, "und wir hoffen, dass wir demnächst einen Vertrag unterschreiben können und uns das Geld wie in Jahren zuvor zur Verfügung gestellt wird."