Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hat der Stadt Wolmirstedt einen Fördermittelbescheid über rund 600000 Euro übergeben. Das Geld aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" kommt der Stadtentwicklung zugute.

Wolmirstedt l Thomas Webel ist Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr und übergab Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) einen Fördermittelbescheid in Höhe von fast 600000Euro. Mit diesem Geld werden drei Projekte umgesetzt. Rund 70000Euro werden dafür benötigt, um die Geschwister-Scholl-Straße 54 bis 60 abzureißen. Die Wohnungen sind leergezogen, innen wird das Gebäude bereits entkernt. Der Block soll zu Beginn des Jahres 2015 sukzessive abgetragen werden.

Der größte Teil der Summe wird jedoch für Umbau- und Sanierungsmaßnahmen ausgegeben. Die Samsweger Straße 60, das Haus neben der Augenarztpraxis, soll barrierefrei umgebaut und modernisiert werden. Dafür stehen rund 231000 Euro bereit. Im kommenden Jahr will die Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft damit beginnen.

Das dritte große Projekt, das mit diesen Fördermitteln im kommenden Jahr bedacht werden soll, ist die grundhafte Sanierung des zweiten Abschnittes der Triftstraße inklusive der Kreuzung zur Damaschkestraße. "Wir werden im neuen Jahr mit den Ausschreibungen beginnen, sodass im Sommer Baubeginn sein kann", sagt Simone Heiß vom Fachdienst Immobilienwirtschaft und Planung. Die Triftstraße soll ein komplett neues Gesicht bekommen. Die Fußwege werden verbreitert, 35 Parktaschen werden integriert, drei Bäume müssen entfernt werden, 13Neuanpflanzungen sind vorgesehen. Ende 2015 soll alles fertig sein. Die Baustelle des ersten Bauabschnitts vor der Diesterweg-Schule wird derzeit winterfest gemacht.

Die Fördermittel sollen grundlegend dazu beitragen, die Folgen des demografischen Wandels abzumildern. "Wir wollen, dass die Menschen dort wohnen bleiben, wo sie wohnen", sagt Thomas Webel. Ein schönes Wohnumfeld und barrierefreie Wohnungen dienen nicht nur der älteren Bevölkerung, sondern stehen auch bei Familien hoch im Kurs. "Kein Familienvater möchte eine Getränkekiste zu Fuß in den fünften Stock schleppen", sagt Webel.

Bürgermeister Martin Stichnoth weiß, dass Wolmirstedt dringend Zuzüge braucht und dafür nur mit Attraktivität punkten kann. Ohne Fördermittel kann die Stadt jedoch keine Umbaumaßnahmen stemmen. "Auch der bisherige Abriss der Zehner wäre ohne Fördermittel niemals realisiert worden", sagt Stichnoth.

Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes wurde ein sogenanntes Trendszenario aufgestellt. Demnach leben im Jahr 2030 in Wolmirstedt rund 2500 Menschen weniger als jetzt. Die Einwohnerzahl würde von jetzt rund 11800 auf rund 9100 Menschen sinken. Werden positive Einflüsse, wie die Erhöhung der Geburtenrate oder der Zuzug von Menschen, hinzugerechnet, ergibt das ein sogenanntes Positivszenario, dass in Wolmirstedt 2030 bestenfalls 10000 Einwohner leben.

 

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