Wolmirstedt. Stadträte und Bürgermeister haben es gewusst, einige der Anwesenden im Katharinensaal vielleicht geahnt: Der vierte Ehrenpreis der Stadt wurde im Rahmen des Neujahrsempfanges an den Ortschronisten Werner Schierhorn verliehen.

Seit der ersten Vergabe im Jahr 2008 ist der Ehrenpreis zu einer schönen Tradition geworden. "Die Leistungen, die zu dieser Auszeichnung führen, wurden in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erbracht. So war es bei den bisherigen und ist es auch beim diesjährigen Preisträger", so Bürgermeister Dr. Zander zu Beginn seiner Laudatio. Damit steht die Tonfigur der Heiligen Katharina gegen den Trend von kometenhaften Aufstiegen und Abstürzen. Sie belohnt vielmehr die Beständigkeit, das kontinuierliche Interesse und den Einsatz eines Menschen, etwas für seine Heimatstadt und ihre Bürger zu tun und damit das Gemeinwesen zu sichern.

Bei Werner Schierhorn ist es vor allem die Geschichte der Ohrestadt, die ihn beschäftigt und die er für die Nachwelt erhalten will. Und da hat sich in mehr als 1000 Jahren einiges angesammelt, was aufgearbeitet werden muss. "Seit 1968 ist der heute zu Ehrende Ortschronist, er ist seit der Einrichtung des Stadtarchives im Jahre 1991 eine große Hilfe dieser Einrichtung und er hat einen wesentlichen Anteil an der Erarbeitung der Festschrift zur 1000-Jahr-Feier", nannte das Stadtoberhaupt nur einige der Verdienste des Preisträgers 2011.

Spätestens da hatte es neben dem Publikum auch Werner Schierhorn selbst gemerkt, dass sich die Rede um ihn drehte und die Tonfigur der Katharina gleich in seine Hände überreicht würde. Gerührt nahm er von Bürgermeister Zander und vom Stadtratsvorsitzenden Gerald Zimmermann Glückwünsche, den Preis und die dazugehörige Urkunde entgegen. Im Anschluss trat der Ausgezeichnete selbst ans Mikrofon und hielt eine spontane und emotionale Dankesrede, die so gelungen war, dass die Zuhörer nicht mit Applaus sparten. "Liebe Katharina, es ist eine große Ehre, dich beziehungsweise dein Abbild im Arm zu haben. Eine schöne, kluge und tugendhafte Frau, für die ich mich seit 1968 interessiere", erinnerte der 76-Jährige an die Anfänge seiner Chronistentätigkeit.

Gisela Schulze, selbst gerade erst mit dem Silbernen Stadttaler geehrt, hätte ihn damals dazu gebracht. "Katharina, ich habe dich über die Jahrhunderte bewundert, auch als du 1953 für 30 Jahre in kommunale Verbannung geschickt wurdest. Ich habe mich 1986 sehr dafür eingesetzt, dass du deinen Platz im Stadtwappen erhältst, was mich heute noch erfreut", setzte Schierhorn die Zwiesprache mit seinem Preis fort. "Auch du scheinst dich für mich zu interessieren, sonst hättest du mich nicht gesucht und heute gefunden. Ich danke dir und allen, die dir bei der Suche geholfen haben."

Zum Schluss gab der vierte Ehrenpreisträger noch ein Versprechen ab, das ebenfalls seiner verehrten Heiligen Katharina galt. So habe die junge Frau nun nicht mehr "nur" noch einen Platz in seinem Herzen – "sondern ab sofort auch auf meinem Computertisch".

Gegenüber der Volksstimme verriet Werner Schierhorn, dass ihn die Ehrung nicht nur überrascht hat, sondern auch sehr glücklich macht. "Ich bin gerührt von solch einer Auszeichnung. Dass man der Vierte ist, der sie bekommt, macht einen stolz und soll schon etwas heißen."

Die Schar der Gratulanten stand nach Ende des offiziellen Teils vom Neujahrsempfang schon bereit, um den Geehrten zu beglückwünschen. Darunter auch Vorgängerin Sabine Böttcher. "Wir werden uns – solange es geht – jedes Jahr hier treffen", legten beide Besitzer der Ton-Katharina fest.