Der Karneval in Meseberg startete am Sonnabend mit seinem Büttenprogramm in die 56. Session. Trotz einiger "Desonanzen" ließen es die Karnevalisten so richtig krachen. Nicht wenige Gäste können bezeugen, dass lange nach Mittanacht noch "Raketen" in den frostklaren Himmel stiegen. Kein Wunder, denn nach nur drei Tagen klingt am heutigen Rosenmontag die närrische Zeit wieder aus.

Meseberg. Die Karnevalisten im Ländlichen tun sich offensichtlich recht schwer. Und Elisabeth Hocke, die Inkarnation des Meseberger Karnevals, malte sogar richtige Schreckensszenarien: "Ist die 56. Session zugleich die letzte?" Die Sorgen sind nicht unbegründet, der Nachwuchs fehlt auf ganzer Linie, ausgenommen die Prinzengarde.

Ein einziges Raunen erfüllte nach dieser "Trauerrede" den bunt geschmückten Festsaal, drang aus hunderten Kehlen ein herzzerreißendes "Nööö!" Es war nicht der einzige Aufschrei, denn danach wurde nämlich nur noch abgefeiert. Das Publikum, nicht zuletzt "angeheizt" durch den Ortsbürgermeister Wolfgang Schulz, der an diesem Abend die Schlüsselgewalt verlor, feierten die Akteure frenetisch. "Auch wenn die ganz großen Glanzpunkte fehlen, in Meseberg versteht man es Fasching zu feiern", meinte auch ein trinkfester Gast, der schon seit einer Ewigkeit den Weg von Samswegen aus nicht scheut. "Auch, weil es hier so richtig familiär zugeht."

So erstaunt es auch nicht, dass nach dem Einmarsch des Prinzenpaares mit seinem Gefolge, fast jeder Gast persönlich von der Präsidentin des Meseberger Karnevals begrüßt wurde. Doch Ehre, wem Ehre gebührt. Zuerst wurde das Prinzenpaar, Ina I. vom hohen Ross, und Prinz Martin II., der Spießburgeroberer, herzlich begrüßt. Die sich ihrerseits für die "Vorschusslobeeren" mit einer zündenden Ansprache bedankten.

Damit war der Funke übergesprungen, wurden an diesem Abend nicht weniger als 20 Raketen abgefeuert. Was zum einen besagt, dass das Büttenprogramm der kritischen Bewertung des närrischen Volkes standhielt, zum anderen erstaunt es ein wenig, gab es doch lediglich 17 Programmpunkte bis zum großen Finale.

Elisabeth Hocke verrät das Geheimnis: "Wenn die Meseberger erst einmal ins Schunkeln gekommen sind, gibt es kein Halten mehr, dann lassen sie es so richtig krachen. Das macht mir auch Mut, dass der Karneval in dieser kleinen verträumten Ortschaft nicht nach 56 Jahren auf der Strecke bleibt." Auch deshalb, weil mit der Prinzengarde ein hoffnungsvoller Nachwuchs auf der Bühne stand, der gerade mit modernen Tänzen so richtig abrockte. Doch kein Fasching ohne die Michalziks, ohne den Gemischten Chor, ohne … Denn einmal mehr wurden die kleinen "Querschläger" der vergangenen 12 Monate aufs Korn genommen, holte sich so mancher ein blaues Auge – und zwar einmal mehr in der ehemaligen Gaststätte Stallmann, die den Karnevalisten an drei Tagen, zu einem echten Mekka des Frohsinns geworden ist.

   

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