Barleben (kl). Helga Wagner. 72, aus Braunschweig, kommt immer wieder gern nach Barleben: "Und wenn ich ganz ehrlich bin, ein wenig neidisch kann man auf die Barleber schon werden. Wenn ich sehe, was sich hier gerade in den vergangenen Jahren getan hat, das ist schon beeindruckend. Allein, wenn man nur die Hauptstraße betrachtet oder die Schulen, die Barleben vorzuweisen hat. Auch die Senioren, so hab ich mir erzählen lassen, fühlen sich bestens aufgehoben."

Die agile Seniorin weiß sehr wohl, worüber sie spricht, denn ihre Wurzeln liegen in der Börde. "Ich bin 1938 in Barleben geboren und habe auch hier meine Kindheit verbracht ", erzählt die Braunschweigerin. "1954 haben wir das Land verlassen, bin ich mit meinen Eltern nach Braunschweig gezogen. Doch Barleben haben wir trotz der Grenze über die Jahrzehnte nicht aus den Augen verloren."

Das soll heißen, dass Helga Wagner schon lange vor der Wende immer wieder ihren Geburtsort aufsuchte, "was mir und meinen Eltern auch durch den kleinen Grenzverkehr hin und wieder möglich war. Doch der Zeitraum zwischen zwei Besuchen war schrecklich lang".

Dies hat sich seit der Wende 1989 grundlegend geändert: "Ich kann sagen, dass ich seitdem regelmäßig alle zwei Jahre Barleben ansteuere", so die Braunschweigerin. Wo sie stets ihre langjährige Freundin besucht, mit der sie einst gemeinsam auf der Schulbank saß. Vor etwa acht Jahren traf sie dann erstmals ihre alte Schulklasse, " wir begingen das Fest der goldenen Konfirmation. Doch wenn ich ehrlich bin, bis auf meine Freundin habe ich seinerzeit keinen erkannt". Was die Braunschweigerin wiederum nicht davon abhält, ihren Besucher-Rhythmus kurzfristig zu verändern: "Ich werde nämlich bereits nächstes Jahr schon wieder nach Barleben kommen. Die 950-Jahr-Feier, die möchte ich mir nicht entgehen lassen."