Wolmirstedt. Die Panflötenlegende Thorsten Schlender zu Gast zu haben, ist schon etwas Besonderes. Der Hannoveraner ist nicht nur der erste Musiker in Deutschland, der Panflöte als Fach studierte, sondern brachte auch schon mit seinem magischen Instrument das deutsche und internationale Publikum auf der EXPO 2000 in Hannover zum Träumen. Ebenfalls wurde er mit zahlreichen Musikerpreisen ausgezeichnet und tritt regelmäßig bei Rundfunk und Fernsehen auf.

Derzeit befindet sich Thorsten Schlender auf Deutschlandtournee und gastierte am Donnerstag bereits zum sechsten Mal im Senioren-Wohnpark Wolmirstedt.

Für die Bewohner ist dieser jährliche Auftritt ein wichtiges Ereignis, und als Thorsten Schlender die Panflöte an seine Lippen setzte und "Amazing Grace" zu spielen begann, wurde es sofort still im Saal. Nach einem kurzen Ausflug in die Klassik, entführte der Flötist sein Publikum mit Volksweisen und Filmmusik von Marlene Dietrich in die Zeit der 30er und 40er Jahre. Mitsingen war ausdrücklich erwünscht, und so stimmten einige Zuhörerinnen bei "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", verzückt mit ein.

Neben einem abwechslungsreichen Liederprogramm, das mal zum Träumen verleitete, und mal fröhlich mitschunkeln und mitsingen lies, plauderte Thorsten Schlender Wissenswertes und Interessantes über das schöne Instrument aus. So erklärte er, dass in eine Panflöte nicht reingeblasen, sondern nur leicht drüber gehaucht wird. Die Halbtöne – das sind beim Klavier die Abstände zwischen einer schwarzen und einer weißen Taste – werden durch ein leichtes Kippen der Flöte erzeugt. Und man darf während des Spielens keinesfalls lächeln, weil sonst die Töne plötzlich stark verzerren.

Für den Schluss seines Konzertes hat Thorsten Schlender etwas Besonderes für die Senioren vorbereitet: Unter der Begleitung einer unveröffentlichten und aufwendig produzierten Originalaufnahme des weltbekannten "European Art Orchestra", sorgte er mit "Time to say goodbye" für einen wahrlichen Gänsehautfaktor, der sich im gesamten Saal ausbreitete und noch weit über das Konzert hinaus nachwirkte.