Auch wenn bei 17 Grad Wassertemperatur am Jersleber See davon wenig zu spüren ist: In Sachsen-Anhalt läuft seit zehn Tagen offiziell die Badesaison. Sie dauert allgemein bis 15. September. Am Jersleber See bezogen am Wochenende die Mitglieder der Wasserwacht den Rettungsturm. Sie werden in der laufenden Saison wieder ein wachsames Auge auf die Badegäste haben. Die Wasserwacht ist ein eingetragener Verein unterm Dach des Deutschen Roten Kreuzes.

Jersleben. Rote oder grüne Fähnchen sind passé. Mit ihnen wurde bis vor zwei Jahren dem Gast am Jersleber See signalisiert, ob Badeaufsicht vorhanden ist oder nicht. Eine fest zugesicherte Bewachung durch Rettungsschwimmer erfolgte nur auf Abforderung und gegen Auslagenerstattung. Seit dem Vorjahr hat Birgit Hagemann, die Leiterin des Erholungscenters, zur Sicherstellung des Badebetriebes sowie zur Versorgung mit Erster Hilfe bei Bade- und Schwimmunfällen wieder die Wasserwacht gebunden. Denn: Ein seeeigenes Boot, Funkgeräte und anderes Equipment für den Einsatzfall sind vorhanden. Es war zwischenzeitlich durch neue Leitungsstrukturen am See nur "eingemottet" worden. "Die Zusammenarbeit hat stets gut funktioniert. Deshalb besetzen die DRK-Helfer auch in der laufenden Saison den Rettungsturm", sagt Birgit Hagemann.

Für die Rettungsschwimmer der Wasserwacht gibt es das ganze Jahr über Einsatzmöglichkeiten. Sie sichern im Haldensleber Rollibad den Betrieb ab. Im Sommer sind sie in den Freibädern Niederndodeleben und Wolmirstedt zu finden. Und seit dem Vorjahr gehört auch der Jersleber See wieder zu ihren Einsatzorten. Dort haben übrigens Magdeburger Rotkreuz-Helfer gemeinsam mit Vertretern des hiesigen Rotkreuz-Kreisverbandes ein wachsames Auge auf die Badegäste.

Vorgesehen ist, den Rettungsturm am Jersleber See in der Vor- und Nachsaison in der Zeit von 13 bis 19 Uhr zu besetzen, bei entsprechender Witterung bis 20 Uhr. In der Hauptsaison – sprich mit Beginn der Schulferien in Sachsen-Anhalt am 8. Juli – sind die Rettungsschwimmer von 10 bis 19 Uhr zur Stelle; bei sommerlicher Witterung entsprechend länger. Im Naherholungszentrum Jersleber See werden in der Regel sehr junge und gut ausgebildete Rettungsschwimmer eingesetzt, je nach Publikumsverkehr ansteigend zwischen zwei und sechs Kräfte.

Die Wasserwacht betreut bundesweit mit ihren Wachstationen Badegewässer ganz unterschiedlicher Art. Auch größere Veranstaltungen am Wasser, wie Ruder- und Segelregatten, werden durch sie abgesichert. Die Helfer leisten einen großen Beitrag zur Sicherheit am und im Wasser durch die Ausbildung von Nichtschwimmern zu Schwimmern oder von Schwimmern zu Rettungsschwimmern. Auch dem Naturschutz fühlt sich die Wasserwacht verpflichtet. Für die Gesundheit und das Badevergnügen der Bürger sind saubere Gewässer von großer Bedeutung. Daher führen die Helfer an Ort und Stelle Streifen durch und beseitigen Unrat von Stränden und aus den Gewässern. Die Mitglieder der Wasserwacht leisten ihren Dienst freiwillig, unentgeltlich und ausschließlich in ihrer Freizeit – aus Spaß am Sport und aus Freude am Helfen. Lediglich für die An- und Abreise zum Einsatzort gibt es eine Aufwandsentschädigung.