Der außergewöhnlich frühe Wintereinbruch mit enormen Niederschlagsmengen hat in Deutschland und ganz Europa zu einer Rekordnachfrage nach Auftausalz geführt. Auch das Zielitzer Kaliwerk hilft dabei, die entstandenen Lieferengpässe zu entschärfen.

Zielitz. "In dieser Saison ist ein Liefer- beziehungsweise Nachfragevolumen zu bewältigen, das drei Mal höher ist als das des bisherigen Rekordwinters 2009/2010. Allein im Dezember 2010 wurde mehr Salz von den Kunden abgefordert, als sonst in einer halben Wintersaison", berichtet Markus Bock, Leiter kaufmännische Funktionen im Zielitzer Kaliwerk.

Ein Beleg für den extrem hohen Verbrauch sei die Tatsache, dass das Schwesterunternehmen in der K+S-Gruppe, die Esco, fast überall die Vertragsmengen bereits jetzt für die ganze Saison erfüllt hat und inzwischen die Kunden mit übervertraglichen Mengen beliefert. "Um diesen enormen Bedarf decken zu können, produzieren alle Salzbergwerke der Esco durchgehend, auch an den Wochenenden und Feiertagen, mit zusätzlichem Personal im Drei-Schicht-Betrieb", so Markus Bock.

Mittel verhindert die Rekristallisation

Außerdem würden, wo das möglich sei, auf Kalistandorten der K+S-Gruppe zusätzliche Produktionsmöglichkeiten für Auftausalz genutzt. Deshalb liefere seit einigen Wochen auch das Kaliwerk Zielitz Auftausalz.

"Aus der Kaliproduktion wird ein verwertbarer Teil des Produktionsrückstandes abgetrennt", informiert Ulrich Zeitke, Betriebsingenieur im Fabrikbereich des Zielitzer Kaliwerkes, über die notwendigen Produktionsschritte. "Diese Rückstände, die ansonsten auf der Kalihalde abgelagert werden, bringen wir auf die geforderte Körnung und versehen sie dann mit einem so genannten Antibackmittel. Das verhindert den Rekristallisationsprozess und sichert die Fließfähigkeit."

Über die Transporbandanlage wird das Auftausalz auf das Plateau der Halde 1 verbracht. Dort verlädt ein Radlader das Schüttgut auf Lkw. "Rund sechs Tonnen fasst das Gerät mit einem Schaufelhub", nennt Ulrich Zeitke eine imposante Zahl. "Die tägliche Verladeleistung zwischen Montag und Freitag liegt im Drei-Schichtbetrieb derzeit zwischen 3000 und 4000 Tonnen", so Zeitke, "in dieser Saison haben wir bislang rund 70 000 Tonnen Auftausalz produziert und verladen." In der gesamten Wintersaison 2009/2010 waren es 75 000 Tonnen Auftausalz.

Rückstände auf der Halde nicht geeignet

Das in Zielitz gewonnene und verladene Auftausalz wird dann an die Kunden der Schwestergesellschaft Esco geliefert. "Mit dem Auftausalz aus Zielitz werden in der Regel Bedarfsspitzen abgedeckt. Die Produktion ist zeitlich auf die Wintersaison begrenzt, da das Produkt wegen der enthaltenen Feuchte nicht länger lagerfähig ist", teilte Markus Bock mit.

Um die Verladeleistungen beziehungsweise die Flexibilität im Bedarfsfall zu steigern sowie die logistischen und internen Prozesse zu optimieren, werde in Zusammenarbeit mit der Esco geprüft, direkt im Werk Zielitz eine Verladestation zu errichten.

"Eignet sich nicht das Salz auf der Halde als Streusalz?", geht Markus Bock auf eine oft gestellte Frage ein. "Der auf der Halde abgelagerte Produktionsrückstand ist in dieser Form als Streusalz leider nicht geeignet. Dieses Salz ist verhärtet und entspricht auch nicht den in den ,Technischen Lieferbedingungen für Streustoffe des Straßenwinterdienstes‘ geforderten Qualitätsparametern", klärt Markus Bock auf.

Über die zusätzliche Nutzung eigener Produktionskapazitäten hinaus, importiere K+S mehrere Hunderttausend Tonnen Auftausalz von Standorten der Gruppe in Nord- und Südamerika.

Trotz dieser Maßnahmen und einer deutlichen Erhöhung der Lagerkapazitäten im Vorfeld des Winters habe die enorme Nachfrage die Vorräte der Winterdienste sehr schnell erschöpft und inzwischen auch auf Lieferantenseite zum großen Teil aufgezehrt.

"K+S produziert weiter mit maximaler Kapazität und tut das Mögliche, um den Bedarf an Auftausalz zu decken", verspricht Bock angesichts der sich abzeichnenden Fortsetzung der winterlichen Wetterlage.

Bilder