Die Fachschule für Sozialpädagogik in der Parkstraße öffnete am vergangenen Sonnabend bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Pforten. Die jugendlichen Besucher, oft in Begleitung ihrer Eltern, kamen nicht nur aus Wolmirstedt.

Wolmirstedt. " Verantwortung tragen lässt sich erlernen ", versichert Christian Geyer, Leiter der Fachschule für Sozialpädagogik, wo künftige Erzieher und Sozialassistenten ausgebildet werden. Wie das geschieht, das wurde am vergangenen Sonnabend zum Tag der offenen Tür anschaulich demonstriert. Doch zunächst konnten sich künftige Bewerber am Sonnabendvormittag über Ausbildungsinhalte und Berufschancen informieren. Danach wurden den Interessierten gezielt die Möglichkeiten eingeräumt, Einblicke in den Bereich der einjährigen Ausbildung im Bereich Sozialpflege zu bekommen. In anschließenden Diskussionsrunden konnten die Besucher dann ihre Fragen zu den Ausbildungsberufen stellen. Schon kurz nach 10 Uhr setzte am Sonnabend der große Ansturm ein, zeigte sich einmal mehr, dass das Interesse riesig ist. " Die Bewerberzahl nimmt nicht ab, im Gegenteil ", sagt Christian Geyer, der schon im Foyer mit den künftigen Schülern und ihren Eltern ins Gespräch kam. So auch mit Familie Pasewald, die aus Magdeburg anreiste. Stina, die mit ihrem Bruder Jan und Vater Holger nach Wolmirstedt kam, nutzte vor allem die von der Schulleitung angebotenen Gesprächsrunden rege. " Konkrete Vorstellungen habe ich noch nicht, denn ich will mir erst einen Überblick über die gegebenen Möglichkeiten schaffen ", so die Magdeburgerin.

Das erste aber, was die Bewerber hier erfuhren, Noten in Deutsch und Mathematik sind mitentscheidend. " Daneben aber wird auch die persönliche Eignung für den Erzieherberuf bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt ", versicherte der Schulleiter.

Das freute Kathrin Voß, 14 Jahre, die mit ihren Eltern aus Rogätz nach Wolmirstedt kam. Hier erfuhr das junge Mädchen, dass persönliche Reife, Lust mit Kindern zu arbeiten und ein großer Konsens im eigenen Wesen dazu gehören, um eine gute Erzieherin zu werden. Wie vielseitig der Beruf bei aller Theorie sein kann, zeigten die Schüler der Fachschule in den einzelnen Klassenräumen, in denen Arbeiten und Objekte ausgestellt wurden, die in der praktisch-kreativen Ausbildung entstanden. Da gab es zum Beispiel Puppen, die für Märchenprojekte angefertigt wurden, waren Bewegungsspiele zu erleben, die einer bessere Körpererfahrung dienen. Und nicht nur die jungen Besucher durften einmal richtig auf die Pauke hauen – im Musikraum, wo sich jeder an den Musikinstrumenten ausprobieren durfte.

Daneben aber bietet die Fachschule, wie Dr. Gisela Krohn betonte, während der Ausbildung einen Schritt in die Selbständigkeit zu machen und nunmehr im Internat zu wohnen. " Die vier Wohngemeinschaften, die wir haben, bieten dafür optimal Möglichkeiten, auch, weil im Internat wie in der Schule die Ansprechpartner für die Jugendlichen Mitschüler sind. Und nicht allein die Lehrer. "

Das kam offensichtlich an. Der Besucherstrom riss bis 13 Uhr nicht ab, danach schlossen sich die Türen wieder, zumindest für die Besucher.