Vor fast genau drei Jahren rührte die Geschichte vom Findelkind Kitz " Frieda " viele Herzen der Tierfreunde rund um Haldensleben. Das kleine Kitz wurde von Menschen gefunden und später vom Tierheim in den Wildpark Weiße Warte bei Tangerhütte gebracht und aufgepäppelt. Nun hat " Frieda " selbst Nachwuchs – Böckchen " Friedo ".

Haldensleben. Es ist eine rührende Tiergeschichte, die traurig begann. Vor fast genau drei Jahren fanden Menschen bei Bülstringen ein scheinbar verlassenes Rehkitz und brachten es zum Tierheim nach Satuelle. Ob " Frieda ", so wurde das Kitz später getauft, tatsächlich von der Mutter verlassen worden war, bleibt ungewiss, denn Kitze begleiten ihre Mutter nicht, diese sucht sie nur zum Säugen auf. Doch an " Frieda " haftete nun menschlicher Geruch, ihre Mutter würde sie nicht mehr annehmen. So blieb den Tierheimmitarbeitern nur ein Weg : Das Kitz musste in kompetente Pf egehände. Und diese wurden im Wildpark Weiße Warte bei Tangerhütte gefunden. Hier fand das Findelkind ein neues Zuhause, wurde von Menschenhand aufgepäppelt. Jetzt, drei Jahre später, ist aus " Frieda " nun selbst eine Mutter geworden, berichtet Frank Matthias vom Tierschutzverein, der " Frieda " seither nicht aus den Augen verloren hat. Als er mit einigen tierlieben Haldenslebern in Weiße Warte ankam, bekam er die freudige Nachricht : " Frieda führt selbst ein Kitz, ein quicklebendiges Böckchen namens " Friedo ". " Mit der glücklichen Geburt und Aufzucht von, Friedo ‘ ist für uns Tierschützer ein sehnlich gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen – Reh, Frieda ‘ kann Mutterfreuden genießen ", berichtet Frank Matthias freudig. Obwohl " Frieda " mit der Hand aufgezogen wurde, habe sie ihre natürlichen Wildinstinkte nicht verloren. Entsprechend schwer sei es für die Haldensleber gewesen, Bilder von " Frieda " und " Friedo " zu machen. Beide hätten sich immer wieder im naturbelassenen Gehege versteckt. Dennoch gelang es Frank Matthias, zumindest einige Erinnerungsbilder zu schießen. " Glücklich und voller positiver Eindrücke haben wir dann die Heimreise angetreten ", berichtet der Haldensleber.

Die Aufzucht von Wildtieren mit der Flasche ist immer problematisch, der Erfolg oft sehr ungewiss. Daher sollten vermeintlich verlassen aufgefundene Rehkitze nie von Menschenhand berührt werden, appelliert Frank Matthias. Das Junge wäre damit dem sicheren Tod preisgegeben. " Frieda " hatte Glück im Unglück. Sie kann zwar nicht mehr frei im Wald leben, aber doch artgerecht in einem Wildpark ihr weiteres Leben verbringen, sagt Frank Matthias freudig.