Den Umgang mit Handspindel und Spinnrad konnten Gäste im Nuthaer Kornmuseum bei der ersten Veranstaltung dieses Jahres ausprobieren. Wolle zu spinnen, erwies sich als gar nicht so einfach...

Nutha l Wer ein Spinnrad sieht, denkt wahrscheinlich automatisch an Dornröschen. Am 15. Geburtstag erkundete es ein Turmzimmer, in dem es eine alte Frau beim Spinnen entdeckte. Die Prinzessin wollte es auch versuchen und stach sich mit der Spindel in den Finger. Sie fiel gemeinsam mit dem gesamten Hofstaat in einen tiefen Schlaf...

Nun, gestochen hat sich wohl niemand am vergangenen Sonnabend in Nutha, und auch in tiefen Schlaf verfiel niemand. Eher putzmunter waren die Gäste im Kornmuseum. Das Kornhausteam hatte zum Jahresauftakt zum Thema "Wolle spinnen - eine alte Technik" eingeladen. Als Fachfrauen konnten die Gastgeber Heidi Rühlich vom Alpacahof "Zwei Eichen" in Zernitz und Monika Sauer vom Ostelbischen Spinnkreis begrüßen.

Jede Menge Wolle von Schafen und von Alpacas war auf den Tischen ausgebreitet. Heidi Rühlich erklärte die Unterschiede. Für Anfänger eigne sich Schafwolle besser, so die Fachfrau. Ganz verschiedene Handspindeln hatten die erfahrenen Spinnerinnen mit- gebracht. Vom Prinzip alle gleich, konnte Monika Sauer welche mit handgefertigten Spinnwirteln aus Ton oder Stein zeigen.

Die Handspindel ist ein sehr altes Werkzeug, erklärte sie. Handspindeln gehören zu den ältesten Funden der Menschheit. Erste Zeugnisse für Spindeln stammen schon aus der Steinzeit. Bei der Spindel handelt es sich im Prinzip um einen Kreisel mit verlängertem Achsenstab. Die Spindel wird quasi mit Schwung wie ein Kreisel gedreht. So werden die Fasern zu Fäden verdreht...

Durch die Arbeit mit der Handspindel lerne man erst einmal verstehen, was beim Spinnrad passiert, so Heidi Rühlich. Während sich mancher schwer tat, hatten andere das Gefühl für die Handspindel schnell raus. Natürlich standen auch Spinnräder bereit, um sich einmal daran zu setzen. Auch eine Frage der Koordinationsfähigkeit, Fußbewegung und Hände in Einklang zu bringen.

In Nutha konnten die Teilnehmer nur erst einmal das Gefühl dafür bekommen, was es mit dem Spinnen auf sich hat. Wer es richtig lernen will, der wäre in einem Spinnkurs für Neueinsteiger richtig aufgehoben. Natürlich warben Monika Sauer und Heidi Rühlich auch für den Ostelbischen Spinnkreis, den es seit mehr als einem Jahr gibt. Hier treffen sich Frauen zum gemeinsamen Spinnen und zum Austausch textiler Kreativität. Neueinsteiger und erfahrene Textilhandwerker sind in der Runde herzlich willkommen. Das gemeinsame Spinnen im Kreis der Gleichgesinnten ist jeden zweiten Sonntag im Monat möglich.

Futterglocken für die gefiederten Freunde herstellen

Nach dem Spinnen geht es kreativ weiter im Nuthaer Kornmuseum. Der nächste Termin ist Sonnabend, der 1. Februar. An dem Nachmittag können Futterglocken für die gefiederten Freunde hergestellt werden.

Zwei Wochen danach, am 15. Februar, ist dann schon wieder Wolle gefragt. Diese ist allerdings mitzubringen. Unter dem Motto "Wir stricken für den Winter" will man gemeinsam Socken und ähnliches stricken. Alle Kreativveranstaltungen beginnen um 14 Uhr. Die Teilnehmer zahlen 1 Euro Gebühr für die Kornhausnutzung und individuelle Materialkosten.

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