Der Deetzer Ortswehrleiter Heiko Bergfeld zog am Wochenende die Jahresbilanz der Feuerwehr. Die Nachwuchsgewinnung werde in der Zukunft das beherrschende Thema, meint der scheidende Wehrchef. Ohne Jugendarbeit sei die Wehr kaum überlebensfähig.

Deetz l Sie heißen schon Ölwehr, spottet Wehrleiter Heiko Bergfeld. Denn elfmal mussten die Deetzer Feuerwehrleute im vergangenen Jahr ausrücken, um Ölspuren im Ort zu beseitigen. Der erste Einsatz im Februar war eine Ölspur. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, als die Kameraden ihren letzten Einsatz fuhren, ging es ebenfalls darum, Öl abzustumpfen, zog der Ortswehrleiter am Sonnabendabend Bilanz. Daneben gab es fünf Brandeinsätze, vier Sturmschäden waren zu beseitigen, dreimal gab es Fehlalarm durch Brandmeldeanlagen und zwei Hochwassereinsätze listet die Statistik auf.

Zwölf Einsätze mehr als noch 2012 verzeichnete der Feuerwehrchef. Im Durchschnitt war jeder der 27 aktiven Feuerwehrleute im vergangenen Jahr 107 Stunden in der Ausbildung und im Einsatz. Wochenlang halfen die Deetzer mit, das Hochwasser zu stoppen. Trotz der enormen Aufgabenfülle geht die Zahl der Kameraden zurück, die tagsüber für Einsätze zur Verfügung steht. Waren 2012 noch rund 13 Kameraden zu jeder Alarmierung im Gerätehaus, verringerte sich der Wert auf nur noch neun Feuerwehrleute in den zurückliegenden zwölf Monaten. Heiko Bergfeld sieht die Ursache dafür vor allem darin, dass die meisten Einsätze während der normalen Arbeitszeit anfielen. Zu dieser Tageszeit seien viele Feuerwehrleute nicht im Ort verfügbar, weiß er. Noch könne sich der Personalbestand der Feuerwehr sehen lassen, schätzte er ein. "Trotzdem habe ich perspektivisch gesehen immer noch Bauchschmerzen", fügte er an. "Wir brauchen Mitglieder und Nachwuchs", forderte er alle Kameraden auf, sich in der Mitgliedergewinnung zu engagieren. Nicht nur die Wehrleitung sei für die Werbung neuer Mitglieder zuständig, betonte er.

Einen Schwerpunkt in diesem Jahr soll die Mitgliederwerbung in der Bevölkerung sein, kündigte er an. Vor allem junge Familien, die in den Ort gezogen sind, sollen auf eine Mitarbeit in der Feuerwehr angesprochen werden, gab er bekannt. Wichtig ist ihm und der Wehrleitung aber ebenso die eigene Nachwuchsarbeit. Mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr verfügt die Truppe über zwei Abteilungen, um interessierte Kinder und Jugendliche für den ehrenamtlichen Dienst zu begeistern. Zusammen sind 20 Kinder in Jugend- und Kinderfeuerwehr organisiert. In Zukunft werde sich die Überlebensfähigkeit der Wehren an der Jugendarbeit entscheiden, sagte der Wehrleiter.

Ärgerlich zeigte er sich über die erneute Streichung der Befestigung der Einfahrt zum Gerätehaus. Seit vielen Jahren habe die Feuerwehr die Befestigung des Vorplatzes gefordert, erwähnte er. Die Einsatzfahrzeuge bringen unter den Reifen immer wieder den Split in die Fahrzeughalle. Sichtlich leide der geklinkerte Fußboden im Gerätehaus, betonte Heiko Bergfeld. Dass das Bauvorhaben jetzt wieder aus Kostengründen ohne einen Ersatztermin gestrichen wurde, sei kaum zu akzeptieren.

Schlechte Erfahrungen hatte die Truppe außerdem im zurückliegenden Jahr mit der Reparatur eines der Tore der Fahrzeughalle gemacht, erinnerte er. Nach der Reparatur schloss sich das Tor nicht komplett. Monatelang sah sich die beauftragte Firma nicht in der Lage, den Defekt zu beheben. Vor allem die Heizkosten seien in der Zeit drastisch gestiegen, weil die warme Luft entweichen konnte, schilderte er. Die Feuerwehrleute ergriffen schließlich die Initiative und konnten das Problem mit dem Tor schließlich lösen, schilderte der Ortswehrleiter die Situation.