Zerbst l Stadtwehrleiter Jürgen Dornblut nutzte die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Zerbst auch, um manche Entwicklung kritisch zu hinterfragen. Bereits im Juli wurde im Zerbster Bereich auf Digitalfunk umgestellt. Doch noch immer ist die Erreichbarkeit in einigen Ortsteilen nicht gegeben. Vor allem sind Reuden, Reuden-Süd, Grimme und Bärenthoren betroffen. "Das dafür zuständige Polizeiamt hat Messfahrten durchführt", informierte Dornblut. Die Probleme wurden somit offiziell bestätigt. Doch wann und wie sie abgestellt werden können, "kann keiner sagen". Auch in Großbetrieben wurden Funkprobleme innerhalb der Gebäude festgestellt.

Ebenso gelte es, das Problem der Ausrückeordnung und dies vor allem bei den Schwerpunktobjekten zu klären. "Verursacht wird es durch die zum Teil immer schlechter werdende Tageseinsatzbereitschaft sowie fehlende Flexibilität des Systems der Leitstelle", so Dornblut. Er forderte, dass der Landkreis Anhalt-Bitterfeld in die Lösung dieses Sachverhaltes investieren und den Veränderungen Rechnung tragen müsse. Kreisbrandmeister Heiko Bergfeld merkte an, dass an der Funkproblematik gearbeitet wird. In Bezug auf den angesprochenen Ausrückeplan sagte Bergfeld, dass dieser nicht mehr das Nonplusultra sei. "Wir sollten selbst die Ordnung an die Gegebenheiten anpassen können."

Die Alarm- und Ausrückeordnungen werden von der jeweils zuständigen Rettungsleitstelle verwendet, um für bestimmte Alarmstichworte eine möglichst optimale Reaktion zu erreichen. Aufgrund vielfach fehlender oder unklarer Tageseinsatzbereitschaft müssen beispielsweise im Bereich Zerbst beim Auslösen einer automatischen Brandmeldeanlage mehrere Feuerwehren alarmiert werden. So kommt es vor, dass "manchmal zwölf bis 14 Feuerwehrfahrzeuge mit relativ wenigen Kameraden am Einsatzort stehen, und es sich in der Regel um Fehlalarme handelt", wie Dornblut an einem Beispiel deutlich machte. Gegenwärtig sei die Stadtwehr dabei, für die Stadt Zerbst Vorschläge zu erarbeiten, um das System effektiver zu gestalten.

Heiko Bergfeld ging jedoch noch weiter. Es bescheinigte der Landesgesetzgebung in Sachen Brand- und Katastrophenschutz ein "Mangelhaft" bis "Schlecht". Das Grundkonzept des aktuellen Brandschutzgesetzes stamme aus dem Jahr 1994, die letzte Neuerung erhielt das Gesetz 2001. "Wenn dann aber die Zeit da ist, sich in der Bekleidungsverordnung Gedanken zu machen, ob Kragenspiegel erlaubt sind oder nicht, hört das Verständnis auf."

In der Frage der Alarmierungen müsse das System Feuerwehrsirenen betrachtet werden. Viele stammen noch aus den 50er und 60er Jahren.

Doch auch für die Feuerwehr wird dieses Jahr ein Wahljahr. Auf der Verbandsversammlung Ende April wird ein neuer Vorsitzender und Stellvertreter des Feuerwehrverbandes Köthen-Zerbst/Anhalt gesucht. Siegfried Schellin als Vorsitzender sowie Hans Wink als zweiter Stellvertreter werden nicht zur Wiederwahl antreten. Auch die Stadtwehrleitung steht Ende des Jahres zur Wahl. "Um die Wahlperiode an die des Stadtwehrleiters anzupassen, werden meine beiden Stellvertreter von ihrem Amt zurücktreten", erklärte Jürgen Dornblut. Nach momentanem Stand werden Fritz Maschke und Detlef Both nicht mehr zur Verfügung stehen.

Siegfried Schellin nannte zudem einige Höhepunkte in diesem Jahr. Der 2013 wegen Hochwasser ausgefallene Verbandskinderfeuerwehrtag wird am 28. Juni in Zerbst nachgeholt. Des Weiteren findet am 13. September der Verbandsjugendfeuerwehrtag in Reppichau statt.

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