Dessau-Roßlau l Nach den Turbulenzen vor allem in den letzten Monaten und einer Phase prekärer wirtschaftlicher Unsicherheit unterzeichneten Ende Juni das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau-Roßlau einen neuen Zuwendungsvertrag für das Anhaltische Theater Dessau. Damit kann auf das vom Theater gewählte Motto der Spielzeit 2014/15 "Was werden wird" eine bedeutsame Antwort gegeben werden: Das Anhaltische Theater Dessau hat eine Zukunft als Vier-Sparten-Haus.

Die Volksstimme stellt die Vorhaben der einzelnen Sparten in einer Serie vor.

Heute: das Musiktheater.

Das 2012 mit "Götterdämmerung" gestartete, 2013 mit "Siegfried" fortgesetzte RingProjekt wird mit "Die Walküre" (Premiere am 27. September 2014) ergänzt und mit "Rheingold" (Premiere am 30. Januar 2015) abgeschlossen. Alle Ringteile wurden und werden vom Generalintendanten André Bücker inszeniert. Die musikalische Leitung lag und wird liegen in den Händen von Generalmusikdirektor Antony Hermus, der in seine letzte Spielzeit in Dessau geht.

"Zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert wird in der Wagnerstadt Dessau der Ring komplett aufgeführt", macht André Bücker auf einen bedeutsamen Höhepunkt der nunmehr 220. Spielzeit neugierig. In der Tradition eines "Bayreuth des Nordens" kommt vom 13. bis 17. Mai 2015 und noch einmal vom 23. bis 28. Juni 2015 der "Ring des Nibelungen" nun "in Gänze", als Tetralogie, in der Reihenfolge "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" zur Aufführung.

Die kreative Genrevielfalt des Dessauer Musiktheaters wird neben den beiden neuen Ring-Teilen durch weitere Premieren unterstrichen. Im "Gegengewicht zu Wagner", so Felix Losert, Leitender Dramaturg Musiktheater und Operndirektion, hat am 8. November die Bizet-Oper "Carmen" im Großen Haus Premiere.

"Italienische Operngala" und feurige Zigeunerliebe

Unterhaltung pur gibt es am 4. Dezember mit "Das Spitzentuch der Königin", einer "Operette zum Kaffee", präsentiert auf der Vorbühne des Großen Hauses. Eine "Italienische Operngala" wird am 14. Februar 2015 das Publikum erfreuen. "Musiktheater konzertant" ist am 30. Mai im Großen Haus mit "Zigeunerliebe" von Franz Lehàr zu erleben.

In Wiederaufnahmen können die Theaterbesucher die beiden "alten" Ring-Teile sehen sowie mit dem 2013/14 uraufgeführtem Musical "Casanova", der Oper "Tosca", der Operette "Die Zirkusprinzessin" und der Kinderoper "Max und Moritz" (im Alten Theater) einen reizvollen Querschnitt durch das Musiktheater erleben.

Zum Dessauer Opern-Ensemble gehören die Sängerinnen und Sänger: KS Iordanka Derilova, Rita Kapfhammer, Cornelia Marschall, Angelina Ruzzafante, David Ameln, Jan-Pieter Fuhr und Ulf Paulsen. Für einzelne Produktionen werden namhafte Künstler engagiert. Helmut Sonne leitet als Chordirektor den Opernchor des Anhaltischen Theaters, der insgesamt 38 Sängerinnen und Sänger zählt.

Im 2. Teil der Serie geht es um das Schauspiel.