Zerbst l Mit dem Konzert "Singen im Advent - Weihnachtslieder-Potpourri", traditionsgemäß am Sonnabendnachmittag vor dem Ersten Advent, eröffnete der Zerbster Stadtchor den Reigen vorweihnachtlicher Musik in Zerbst und der Region.

Für ihren nunmehr insgesamt 28. Auftritt, zunächst in der Zerbster Stadthalle und seit 20 Jahren in der Trinitatiskirche, haben die über 20 Frauen um die künstlerische Leiterin Karin Spott den mit ihnen seit Jahren kooperierenden Männerchor Roßlau eingeladen. Dessen Leiter Willi Dreibrodt hat zudem eine Gruppe des ebenfalls von ihm geführten Roßlauer Blasorchesters nach Zerbst mitgebracht.

Unter den weihnachtlichen Klängen der von der Empore aus agierenden Bläser füllte sich die Kirche mit den etwa 350 Gästen.

Einzelne Gruppen beider Chöre vereinten sich mit einem singenden Entree " Hört, der Engel helle Lieder" auf den Chortreppen vor dem Altar zu einem insgesamt 52 Stimmen umfassenden Klangkörper. Es folgte ein über einstündiges Programm, in dem die Zuhörer einen weitgespannten Bogen eines weihnachtlichen Repertoires erleben konnten. Es war geprägt von inhaltlicher Breite und Fülle sowie unterhaltsam wechselnder Interpretationsvielfalt.

Die gute Akustik in der Kirche ließ das ausgeprägte gesangliche Können beider Chöre, sowohl vom Volumen als auch dem Klangreichtum her, bestens zur Wirkung bringen. Der Programmablauf bot sowohl dem Zerbster Stadtchor als auch dem Männerchor Roßlau gute Möglichkeiten, sich mit allein oder gemeinsam gesungenen Liedern sowohl ausgewogene Stimmbalance als auch die einsatzsichere Polyphonie zu präsentieren.

Obwohl oder vielleicht gerade wegen des trüben Novemberwetters ließen sich die Gäste bestimmt gern mit "Ein Tännlein schlief zur Winternacht" (Stadtchor) oder "Tal und Hügel sind verschneit" (Männerchor) musikalisch in die weihnachtlich winterliche Natur entführen.

Zweimal im Konzertverlauf war auch das Publikum aktiv gefragt. Von den Bläsern voluminös unterstützt, erklangen aus den Chorkehlen und denen der mitsingenden Gäste, denen die Texte als Hilfe gedruckt zur Verfügung standen, die bekannten Lieder "Leise rieselt der Schnee" und "Süßer die Glocken nie klingen".

In einem zweiten Programm- abschnitt mit religiös geprägtem Liedgut waren neben getrennten Auftritten auch wieder durch beide Chöre gemeinsam sowohl Klassiker wie "Alta Trinita", das kroatische Lied "Freuet euch zur Stund" und "Gelobt sei Gott" (aus "Die Weihnachtsgeschichte - Brieger Christnacht 1944" von Max Drischner) zu hören.

Eine besondere eindrucksvolle Klangfarbe brachte das Roßlauer Männerquartett, ebenfalls a cappella, mit dem weltbekannten Lied "White Christmas" von Irving Berlin (von 1940) in das Konzert.

Zweifellos ein Höhepunkt war das vom Stadtchor mit Klavierbegleitung von Willi Drei- brodt dargebotene "Weihnachtslieder-Potpourri" - ein etwa achtminütiger "Non-Stopp-Durchlauf" von neun Liedern. Hinüber geleitet wurde damit in das auch vom Männerchor mitgesungene Lied "Stille Nacht".

Es gab verdient viel Beifall als Dank an die Ausführenden - und die ebenfalls traditionelle Zugabe "Wir wünschen Euch frohe Weihnacht".