Zerbst. Immer nach der Frostperiode werden alle 1860 Grabsteine auf dem Heidetorfriedhof kontrolliert. Zusammen mit der Sachbearbeiterin Elvira Trejbal ging Friedhofswärter Detlef Ostrowski am gestrigen Vormittag über das Gelände und prüfte die Steine auf deren Sicherheit.

Seit Mitte der neunziger Jahre wird diese alljährliche Überprüfung mit Erfolg durchgeführt. " Es werden von Jahr zu Jahr immer weniger Steine, die Mängel aufweisen ", bilanzierte Trejbal. Priorität dabei hat die Standfestigkeit der Grabmale. Sollte einer wackeln oder nicht fest im Boden stehen, bekommt er einen blauen Aufkleber, der auf den beanstandeten Mangel hinweist. Fundament, Fundament- oder Steinsockel sind die Problemzonen. " In den Wintermonaten passiert es, dass Wasser in die undichten Fugen eindringt und es dann zu Frostschäden kommen kann ", erklärte Ostrowski.

Weist ein Grabstein diesen blauen Aufkleber auf, hat der Eigentümer drei Monate Zeit, den Stein reparieren zu lassen. " Wir sehen es schon gerne, wenn das fachlich vernünftig von einem Steinmetz durchgeführt wird ", sagt der Friedhofswärter und fügt hinzu : " Es geht ja schließlich um die Sicherheit auf der Anlage. " Oft wird die Reparatur aber auch in die eigenen Hände genommen, doch das selten gut, wie Ostrowski zu berichten weiß : " Bei privaten Reparaturen wird entweder nur Silikon oder eine Schicht Zement verwendet, das reicht aber nicht aus. Der Steinmetz hat einen Spezialkleber, der dem Grabmal erst wieder die nötige Festigkeit gibt. "

Zwischen zehn und 20 Steine mit Reparaturbedarf werden jedes Jahr gefunden. " Es hat sich im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gebessert. Die Menschen wollen einfach eine schöne Grabstätte vorfinden und dafür tun sie dann auch alles Notwendige ", sagte Sachbearbeiterin Trejbal. Die Tendenz zeigt, dass die Kontrollen auch von den Besitzern akzeptiert werden. " Natürlich ist erst mal Frust da und der Aufkleber wird abgerissen, aber dann wird der Stein auch recht schnell auf Vordermann gebracht. Wenn es so weitergeht, bin ich sehr zufrieden ", resümierte Trejbal.