Die Sanierung der Ringmauer der Walternienburger Burg wird fortgesetzt. Die Arbeiten haben begonnen. Wieder muss ein Loch gestopft werden.

Walternienburg l "Ich freue mich, dass es jetzt weiter geht und, dass das Land die Mittel zur Verfügung stellt, um die Burgmauer für die Zukunft sanieren zu können", erklärte der Walternienburger Ortsbürgermeister Heinz Reifarth auch im Namen des Ortschaftsrates und der Stadt, für die Karin Möbius das Vorhaben wieder begeleitet. 230 000 Euro stellt das Land für diese Maßnahme zur Beseitigung der Hochwasserschäden zur Verfügung - eine hundertprozentige Förderung.

Am Montag wurde die Maßnahme in Angriff genommen. Am Morgen stellten die Männer vom Baubetrieb André Weferling als bauausführende Firma den Bauzaun, um von außen her den zweiten Mauerabschnitt abzusperren. Gestern zeigte sich gleich ein anderes Bild. Die Mauer musste aus Sicherheitsgründen eingerissen werden.

Vom bereits sanierten Pfeiler bis zum Ende des nächsten Pfeilers wird die Ringmauer der Walternienburger Burg in dieser Maßnahme saniert. Risse, Auswaschungen, Ausbeulungen waren sichtbar. Tilo Feldmann, Architekturbüro Feldmann Zerbst, der wie bei der Sanierung des ersten Mauerabschnitts das Projekt betreut, sprach am Montag noch von einer "ähnlich bedrohlichen Situation, wie im ersten Feld - es könnte jederzeit einstürzen." Nun, die Mauer erwies sich tatsächlich als instabil, so dass sie aus Sicherheitsgründen gleich eingerissen werden musste.

Nun kann die Sanierung identisch zu dem ersten Mauerstück, das ja eingestürzt war, ablaufen. Das Gelände wird von innen freigelegt, die Mauer muss tief abgetragen werden. Rückwärtig wird eine Verstärkung gebaut. Für den Wiederaufbau der Burgmauer wird zum Teil das alte Material, was möglich ist, wieder verwendet und mit neuen Steinen ergänzt. Da können André Weferling und seine Leute auf die Erfahrungen vom letzten Mal aufbauen.

Gleich am Montag hat auch Dr. Stefan Koch seine Arbeit begonnen. Er sucht, bei Bedarf mit zwei weiteren Kräften, für das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege nach den Spuren der Vergangenheit. Beim letzten Mal war die Entdeckung der eigentlichen Burgmauer und des Burgwalls aus dem 10. Jahrhundert eher überraschend. Diesmal rechnet der Archäologe damit, wieder auf ebendiese sich fortsetzenden Überreste zu stoßen. "Aber vor Überraschungen ist man nie sicher", so Dr. Koch. Drei Wochen sollen die Ausgrabungen die Maßnahme begleiten.

Die Mittel vom Land müssen innerhalb von zwei Jahren umgesetzt sein. So ist das Ende der Sanierung der Ringmauer für Mai 2016 avisiert. Neben dem kompletten zweiten Mauerabschnitt gibt es allerdings noch zwei, drei weitere Stellen in der Mauer, die man punktuell ausbessern muss.

Die Veranstaltungen auf der Burganlage sollen von den Bauvorgängen nicht weiter beeinträchtigt werden. Der Bereich des zweiten Mauerabschnitts ist auch vom Burghof her abgesperrt. Als nächste öffentliche Veranstaltung findet das Maibaumsetzen am 30. April auf der Burg statt. Wer weiß, vielleicht ist dann auch der Storch sesshaft geworden, der am Montag auf der Burg vorbei schaute.

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