Die Einmündung der Kirschallee in die Roßlauer Straße ( B 184 ) soll umgebaut werden. Die Verkehrsbelastung sei momentan noch kein Problem, die Kurvenradien und fehlende Linksabbiegerspur jedoch sehr. Der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss ließ sich ein von der Stadt beauftragtes Gutachten erläutern und empfahl anschließend dem Landesbetrieb Bau in Dessau den Bau eines " vierarmigen Verkehrskreisels ".

Zerbst. Am Knotenpunkt Kirschallee / Roßlauer Straße kracht es häufig. Seit Jahren fahren Leute aus der Kirschallee los, wenn sich von links ein Rechtsabbieger nähert, weil sie glauben, auch die Geradeaus-Spur sei frei. Im Unfalltagebuch der Polizei ist das -zigfach als " Nichtbeachten der Vorfahrt " notiert, im Leben der Betroffenen ein Riesen-Ärger. Die Verkehrssituation wird ferner belastet durch das Fehlen einer separaten Linksabbiegerspur für Fahrzeuge, die vom Ortseingang kommend in die Kirschallee einfahren wollen. Dies, so Ingo Kowald von der Verkehrs-System Consult Halle GmbH am Mittwochabend vor dem Bau- und Stadtentwicklungsausschuss, seien wesentliche Anlässe, sich mit einer Umgestaltung der straßenbaulichen Situation zu befassen. Lediglich die Verkehrsbelastung würde Umbauten momentan nicht rechtfertigen.

Die Stadt Zerbst hat Kowald mit Untersuchungen beauftragt. Als erstes daraus die Zahlen : Zur abendlichen Verkehrsspitze würden sich stündlich 1100 Fahrzeuge im Einmündungsbereich bewegen, etwa 1000 würden die Einmündung lediglich auf der Bundesstraße passieren. Vormittags, zur so genannten " Früh-Spitze ", sind dort stündlich rund 890 Fahrzeuge unterwegs – und wie nachmittags benutzen etwa neun von zehn Fahrzeuge ausschließlich die Bundesstraße.

Wermit einem Lkw aus der Stadt kommend nach rechts in die Kirschallee abbiegt, bekommt es mit einem sehr engen Radius zu tun. Laster schwenken da unweigerlich auch über die Gegenfahrbahn. Auch aus der Kirschallee nach rechts heraus kommen Lkw mit ihrer Fahrspur allein nicht aus.

Die Radien müssten größer werden, und auf der Hand liegt auch, ortseinwärts an der Einmündung Kirschallee einen Linksabbiegerbereich auf der Roßlauer Straße zu schaffen. Der Gutachter empfiehlt dies in einem ersten Vorschlag, ergänzt mit dem Hinweis, dass die verflixte Geradeausspur ortsauswärts auf der Roßlauer Straße abgeschafft werden sollte. Mit Blick auf die Prognosen künftiger Verkehrsbelastung meinte Kowald, die Einmündung könne künftigen Verkehr auch bei neu errichteter Jannowitzbrücke und somit direkt angebundener Straße Altbuchsland bewältigen. Gegenebenfalls könne man beim Umbau Leerrohre für eine später einzubauende Ampelanlage vorsehen.

In einem zweiten Vorschlag bringt Kowald einen Verkehrskreisel ins Spiel. Allerdings belässt seine Skizze die Zufahrt zum Hagebau-Parkplatz unverändert. Sowohl Jürgen Konratt und Bernd Köhler für die Zerbster Stadtverwaltung also auch die Stadträte Claus-Jürgen Dietrich ( B 90 / Grüne ), Hans-Ulrich Müller ( CDU ) und Lutz Voßfeldt ( FDP ) sprachen sich deutlich für einen " vierarmigen " Kreisverkehr aus, der auch die Zufahrt zum Parkplatz mit einbindet. Konratt begründete dies mit Folgekosten durch Ampelanlagen, die " sicher nötig werden, wenn die Firmen ihre Lkw tatsächlich künftig durch die Kirschallee fahren lassen ". Voßfeldt findet " einen Verkehrskreisel am angenehmsten, aber er ist wohl auch am teuersten ". Auf seine Nachfrage hin erklärte Köhler, die Stadt Zerbst wäre an den Kosten des Ausbaus zu beteiligen, sofern mehr als 20 Prozent des Verkehrs über ihre Straße – die Kirschallee – verliefe. Dies sei derzeit nicht gegeben. Sollte es doch eintreten, könnte die Stadt für ihren Anteil Förderung beantragen.

Aus dem Landesbetrieb Bau Ost, dem Baulastträger, wurde gestern auf Nachfrage kurzfristig informiert, der Zerbster Vorschlag liege zur Prüfung vor. Bis Ende März will die Behörde Stellung nehmen.