Hohenlepte. " Damit habe ich nicht gerechnet ", freute sich Johannes Schäm gestern Nachmittag über den unerwarteten Besuch der Tagesgruppe Hohenlepte. Mit einem Ständchen nebst Geschenk überraschten die Mädchen und Jungen den Ortsbürgermeister zum 80. Geburstag. " Prima ", lobte jener den fröhlichen Auftritt der Kinder. Von Praktikantin Franziska Koch auf der Gitarre begleitet, gratulierten die Acht- bis Zwölfjährigen Johannes Schäm singend und musizierend zum runden Jubiläum. In dem ganz auf ihn persönlich abgestimmten Gedicht zogen sie zudem dankend den Hut vor dem Bürgermeister der Orte Hohenlepte, Badetz, Kämeritz und Tochheim.

Seit 2001 übt Johannes Schäm diese Funktion aus. Kommunalpolitisch aktiv ist der gelernte Agraringenieur bereits weitaus länger. Der Gemeindevertretung gehört er seit 1956 an. Erst ein Jahr zuvor war der aus der Mark Brandenburg stammende Landwirt mit seiner Frau nach Hohenlepte gezogen. " In lebe jetzt auf den Tag genau 55 Jahre in Hohenlepte ", bemerkt der rüstige Rentner, der sich schon immer für Politik und Fortschritt interessiert hat. Ans Aufhören denkt einer der ältesten ehrenamtlichen Bürgermeister Sachsen-Anhalts bisher nicht. " So lange es die Gesundheit erlaubt, möchte ich weitermachen ", erklärt Johannes Schäm lächelnd. An vorderster Front verfolgte der 80-Jährige, wie sich die vier Dörfer in den zurückliegenden Jahrzehnten entwickelten und gern will er noch einiges bewegen – nach der erfolgten Eingliederung der Gemeinde Hohenlepte in die Stadt Zerbst nun eben als Ortsbürgermeister. Da ist Johannes Schäm pragmatisch. Er betrachtet die Dinge realistisch und versucht stets das Beste aus den jeweiligen Gegebenheiten zu machen.