Dass der Ankuhn einen eigenen Ortschaftsrat erhalten soll, das war ein Volksstimme-Aprilscherz. Geschichtliche Realität ist, dass der Zerbster Stadtteil 2013 sein 800-jähriges Jubiläum begeht. Die Vorbereitungen haben begonnen.

Zerbst. Eine Urkunde des Bischofs Balduin von Brandenburg vom 9. Juni 1213 gilt als Gründungsbeleg. Zum Namen gibt es verschiedene Deutungen. "Vermutlich kommt er aus dem Wendischen und heißt so etwas wie ,außen vor\'", sagt Dietrich Franke.

Immer wieder ist es auch ein historisches Fachsimpeln in dieser Runde im Sporthotel Wallwitz. Auf Initiative von Helmut Hehne haben sich Dietrich Franke, Franz Stephan, Sabine Blasczyk, Andreas Spindler und Stefan Wallwitz getroffen, um die Vorbereitungen zum 800-jährigen Bestehen des Ankuhns im Jahr 2013 anzustoßen - des lange eigenständigen Städtchens, der "Oppido Ankuhn", das am 18. Februar 1850 nach Zerbst eingemeindet wurde.

Es ist ein Austauschen von Ideen, das kontinuierlich fortgesetzt werden soll und aus dem konkrete Projekte wachsen.

Ziemlich konkret wird es aber auch schon in dieser ersten Runde. Fest steht bereits: Das Jubiläum wird am Sonn-abend und Sonntag, am 8. und 9. Juni 2013, gefeiert werden. In jedem Fall soll es einen historischen Markt geben. Und einen Festgottesdienst in St. Marien Ankuhn. Pfarrerin Sabine Blasczyk verweist hier unter anderem auf Bezüge zum Jubiläum "800 Jahre Anhalt", das auch über das kommende Jahr hinaus ausstrahlen wird.

"Wichtig ist, dass die Leute vom Jubiläum etwas mit nach Hause nehmen können", bringt Dietrich Franke das sofort Zustimmung findende Vorhaben einer Festschrift ein. Die Aufzeichnungen des alten Lehrers Karl Hundert oder auch die Anfang des 20. Jahrhunderts vom Zerbster Geschichtsverein herausgegebenen Mitteilungen aus der Geschichte von Zerbst und dem Ankuhn könnten unter anderem Quellen sein.

"Etwas anbieten, was die Leute hinter dem Ofen vorlockt", hält Franz Stephan für wichtig und sieht in einem spannenden Vortrag aus der Ankuhn\'schen Geschichte eine Möglichkeit. Ein Konzert am Sonnabendabend, mit dem auch das junge Publikum angesprochen wird, ist einer der Vorschläge von Andreas Spindler. Wesentlich sei im Rahmen der eben noch am Anfang stehenden Vorbereitungen ebenso, "die Stadtverwaltung mit ins Boot zu holen und die finanziellen Aspekte zu betrachten", sich um Sponsoren zu kümmern, so Helmut Hehne.

Eine besondere Idee ist am Ende der ersten Runde aber ebenfalls schon konkret. Stefan Wallwitz hat sie eingebracht. Angelehnt an das Plakat zum 1050-jährigen Jubiläum von Zerbst soll es zu 2013 auch ein Plakat geben - "80 Gesichter des Ankuhn" zu dessen 800-jährigen Bestehen.