Am kommenden Sonntag, dem 18. April, ist das Zerbster Schloss von 10 bis 12 Uhr für die Besucher geöffnet, in diesem Jahr erstmals. " Ab dann besteht diese Besuchsmöglichkeit im Sommerhalbjahr wieder an jedem dritten Sonntag im Monat ", weist Jana Reifarth, Vorstandsmitglied des Fördervereins Schloss Zerbst für Öffentlichkeitsarbeit, hin. Besichtigungen verschiedener Schlossbereiche sind darüber hinaus auch zu den gesonderten Veranstaltungen des Fördervereins möglich.

Zerbst. Bevor es aber zur ersten Schlossöffnung kommt, ist Großreinemachen im und um das Schloss herum angesagt. Der Schlossverein bittet seine Mitglieder und weitere freiwillige Helferinnen und Helfer, am kommenden Sonnabend, dem 17. April, ab 9 Uhr tatkräftig mit zuzufassen. " Harken, Besen, Eimer und Kehrblech werden wohl die am meisten benötigten Utensilien sein, die mitgebracht werden sollten ", hofft Jana Reifarth auf Unterstützung.

Neben der Durchführung von Baumaßnahmen ab 2005 / 06 zur Sicherung der Bausubstanz in mehreren Etappen, hat sich der Förderverein parallel dazu mit der Ausgestaltung von Ausstellungsräumlichkeiten befasst. 2006 entstand der Ausstellungsraum I. " Das überhaupt erste Exponat war die damals noch unrestaurierte überlebensgroße Sandstein-Figur, Stärke ‘, die einst auf dem Mittelrisalit des Ostflügels stand ", erinnert sich Vereinsvorsitzender Dirk Herrmann.

Inzwischen wurde die " Stärke " mit finanzieller Unterstützung der Sparkassenstiftung Anhalt-Zerbst restauriert und steht wieder im Ausstellungsraum.

Insgesamt gibt es mittlerweile drei Ausstellungsräume, die Jahr für Jahr mit weiteren Exponaten " bestückt " werden konnten.

Zu sehen sind unter anderem Modelle eines " Aloe-Turms " und eines Verpflanzturms, deren Originale sich einst in der Orangerie im Zerbster Schloßgarten befanden. Das wohl bedeutendste Objekt der Ausstellung ist ein Wappenteller aus Porzellan, der aus dem chinesischen Tafelservice der Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, der Mutter Katharina II ., stammt.

Zahlreiche Bilder, historische Stiche, Landkarten, Übersichten, Fundstücke aus dem erhaltenen Schlossflügel und weitere Modelle sowie wertvolle Leihgaben geben dem Besucher Einblicke in das Leben am Zerbster Hof. Im Ausstellungsraum I sind auch, immer wieder aktuell ergänzt, Fotografien über die Arbeit des Fördervereins Schloss Zerbst zu besichtigen.

Am kommenden Sonntag werden zum ersten Mal in der Ausstellung drei Teller von um 1760 zu sehen sein. " Sie wurden ", so Dirk Herrmann, " in der Zerbster Fayencemanufaktur auf der Heide gefertigt. " Die Großfotos im Erdgeschoss wurden ebenfalls neu geordnet.

Im Jahr 2009 haben etwa 3500 Besucher die Ausstellungsräume besucht. Nicht mitgezählt sind dabei die Gäste an den Sonderveranstaltungen des Fördervereins, weil da die Ausstellungsräume aus orga-nisatorischen Gründen nicht geöffnet werden können.

Gegenwärtig bereitet sich der Förderverein auch auf seine Aktivitäten zum Fläming-Frühlingsfest am 2. Mai vor. Das Schloss wird dann von 12 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet sein.