Magdeburg l "Unsere Wunschvorstellung sind 14 Sitze." Während der Parteivorsitzende Roland Zander etwas tiefer stapelt und sagt, dass "wir mit fünf bis sechs Sitzen schon superglücklich wären", geht sein Vize Harald Hartmann in die Offensive. Er glaubt an einen großen Erfolg der Magdeburger Gartenpartei. Die Politikneulinge haben sich am vergangenen Sonnabend im Lokal "Zur Birke" zu ihrem ersten Parteitag getroffen und die Marschroute Richtung Kommunalwahl festgelegt.

Insgesamt 20 Kandidaten wollen die "Dunkelgrünen" am 25. Mai in das Rennen um die Sitze im Ratssaal schicken. Wie viele es am Ende sein werden, kann keiner abschätzen. Angesichts der jüngsten Entscheidungen im Stadtrat über die Werkstraße im Süden der Stadt, rechnet sich der Vorstand aber gute Chancen aus. "Allein in der letzten Woche haben wir wieder vier neue Mitglieder gewinnen können", sagt Roland Zander. Insgesamt sind es bereits 250 Mitglieder im Stadtgebiet Magdeburg, überregional 270. Sogar aus Leipzig trudelte ein Mitgliedsantrag ein. Nach eigener Aussage sind sie damit, was die Mitgliederzahl angeht, viertstärkste Partei in Magdeburg. Zum Vergleich: Die FDP liegt laut eigener Webseite bei 130 Mitgliedern. Und die Zahl der "dunkelgrünen" Unterstützer wird noch weiter steigen, ist sich der Vorstand einig.

Das ist auch nötig. Denn um bei der Wahl am 25. Mai tatsächlich antreten zu können, brauchen die politischen Neulinge noch 1000 Unterschriften. 100 für jeden Wahlbereich rechnet Roland Zander, dafür wollen sie auch von Tür zu Tür gehen. Geld für Plakatwerbung oder ähnlich gibt es nicht.

Um wählbar zu sein, haben die "Dunkelgrünen" noch einige andere, weniger grüne Themen in ihr Programm geschrieben. So wollen sie sich z.B. für einen günstigeren öffentlichen Nahverkehr und gegen den Verkauf von städtischen Immobilien wie dem AMO-Kulturhaus einsetzen.

Neben den Kandidaten für die Ratswahl und dem Wahlprogramm wurden auch Funktionen im Vorstand bestimmt. Schatzprüfer ist Ronald Zoschke, als Kassenprüfer fungieren Helmut Goldstein und Angelika Hübner. Zum Schriftführer wurde Reiner Heyer gewählt.

Gegründet hatte sich die Gartenpartei im August 2013, nachdem Pläne der Stadt bekannt wurden, zahlreiche Parzellen an der Lerchenwuhne für Einfamilienhäuser aufzugeben. Um dagegen vorzugehen, fanden sich innerhalb weniger Tage über hundert Unterstützer. "Ich hätte nie gedacht, dass wir so weit kommen", sagt Roland Zander am Sonnabend. Wie weit es noch geht, zeigt sich am 25. Mai.