Magdeburg l Neben dem Holzzaun am Demenzzentrum sorgt ein zweiter Zaun am Schleinufer nur wenige Hundert Meter südlich für weiteren Redebedarf bei den Stadträten. Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans-Dieter Bromberg ist der zwischen den Straßen "Zum Rotehornblick" und "Zur Hubbrücke" errichtete Bauzaun am Schleinufer ein ästhetischer Dorn im Auge.

Da der gut anderthalb Jahre Bestand haben soll - ein Parkhaus ist hier in Planung - wäre es aus seiner Sicht sinnvoll, die Fläche durch das Graffiti-Projekt des Jugendamtes gestalten zu lassen. Jugendliche sollten selbst Gestaltungsvorschläge erarbeiten und sie dann umsetzen. Neben der optischen Aufwertung würde man dadurch auch illegale Schmierereien verhindern. "So wird zum einen eine ansprechende straßenbegleitende Gestaltung während der Bauphase gewährleistet und zum anderen besteht für die Jugendlichen die Möglichkeit, auf legalem Weg ihre Kreativität auszuleben", erläutert Bromberg in einem entsprechenden Antrag. Zur Finanzierung könne man auch Firmen als Sponsoren anfragen.

Der für das Graffiti-Projekt zuständige Beigeordnete Hans-Werner Brüning freut sich in einer Stellungnahme über die zunehmende Akzeptanz solch legaler Graffiti. "Das ist ein positives Signal", stellt er fest. Hauptproblem am fraglichen Zaun sei aus seiner Sicht die Finanzierung. Denn dieser besteht aus 124 einzelnen Metallelementen mit einer Fläche von je 3,4 Quadratmeter. Nach Erfahrung der Verwaltung kostet ein bunt besprühter Quadratmeter knapp 50 Euro. Somit würden fast 21000 Euro für die Sprühaktion am Schleinufer anfallen.

Dieses Geld ist im Haushaltsplan nicht eingeplant, erklärt Brüning. Die Suche nach Sponsoren sei zudem erfahrungsgemäß wenig erfolgversprechend. Hinzu komme, dass die langjährige Betreuerin des Graffiti-Projekts nicht mehr im Amt sei. Seit Januar gibt es eine neue Mitarbeiterin, die sich erst noch einarbeiten müsse. Da laut Brüning somit die Vorbereitung des Projekts ein gutes halbes Jahr dauern würde, sei mit einem Beginn nicht vor Juni zu rechnen. "Da die Bauwand bis Mai 2015 am Standort verbleiben soll, ist der personelle und finanzielle Aufwand für eine Nutzungsdauer von 6 bis 7 Monaten zu berücksichtigen." Eine Nachnutzung der gestalteten Bauwand sei deshalb zu prüfen. Im März entscheidet der Stadtrat.